Rotwild

röhrender Hirsch mit weiblichen Tieren im HintergrundZoombild vorhanden

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Menschliche Nutzung beschränkt den Lebensraum

Der Rothirsch, so die zoologisch korrekte deutsche Bezeichnung für das männliche Rotwild, wird umgangssprachlich oft einfach als "Hirsch" bezeichnet. Als größte Wildart, die unsere Kulturlandschaft dauerhaft bewohnt, bietet er einen imposanten Anblick. Rund 30.000 Hirsche, Hirschkühe und Kälber, wie die Familienmitglieder heißen, leben bei uns in Bayern.

Expertenwissen Rotwild

röhrender Hirsch im Nebel

In Zeiten des Klimawandels erlauben aktuelle wildbiologische Studien Einblicke das Raum - Zeitverhalten des Rotwildes. Wie lässt sich der Zustand einer Rotwildpopulation abschätzen? Wie verändert sich das Raumnutzungsverhalten im Jahresverlauf? Und wie passt sich das Rotwild an den Winter an? Im "Expertenwissen Rotwild" werden diese Fragen beantwortet.

Die Rotwildbrunft ist ein imposantes Schauspiel unserer heimischen Natur.

Hirsch und Alttier auf einer Wiese. Hirsch mit großem Geweih im Bast. Hirschkuh grast.

Langstreckenläufer
Die langen Beine, der lange Hals und die nahezu waagrechte Wirbelsäule machen das Rotwild zu einem guten und ausdauernden Läufer. Dies zeigt sich auch bei seinem Fluchtverhalten: In erster Linie versucht es nicht sich zu verstecken, sondern seine Verfolger über die Distanz abzuschütteln. Dafür flieht er bei Gefahr im Trab oder gestreckten Galopp über deutlich weitere Strecken als beispielsweise das Rehwild.

Das "Who`s who" beim Rotwild

Alttier und Kalb

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Ein sogenannter "Spießer", ein junger Hirsch mit spießartigem Geweih auf dem Kopf.

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Rotwild auf Waldschneise mit Hochsitz im Hintergrund

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Rudel an Fütterung

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Die Kälber sind die Jungtiere im ersten Lebensjahr. Sind sie männlich spricht man von Hirschkälbern, die weiblichen nennt man Wildkälber. Im zweiten Lebensjahr unterscheidet man die Schmalspießer (männlich) und Schmaltiere (weiblich). Ältere Hirsche werden entweder nach ihrer Geweihausbildung bezeichnet oder in die Alterskategorien junge, mittelalte oder alte Hirsche eingeteilt.
Ab dem dritten Lebensjahr bezeichnet man die weiblichen "Rothirsche" als Alttiere. Unter Kahlwild versteht man das weibliche Rotwild und die Kälber. Daher werden auch Kahlwild- und Hirschrudel unterschieden.

Der Hirsch "röhrt"

röhrender Rothirsch

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Hirsche "schrecken" manchmal so wie Rehe, nur viel lauter und dröhnender. Ein weibliches Tier "mahnt", wenn es Kontakt zu seinem Nachwuchs hält. Die wohl bekanntesten Laute aber geben die Hirsche von sich, wenn Ende September/Anfang Oktober Paarungszeit (Brunft) ist. Imposant und eindrucksvoll erscheint vor allem das "Röhren", das laute Rufen der Hirsche.

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Rotwild in Bayern

Jagdstrecke

In den vergangenen 10 Jahren ist die Rotwildstrecke bayernweit angestiegen. Die Umweltbedingungen, gerade in den waldreichen Rotwildgebieten, haben sich in den vergangenen Jahren auf die Bestandsentwicklung positiv ausgewirkt, so dass zur Regulation vermehrt in die Rotwildbestände eingegriffen werden muss. Im Jagdjahr 2021/22 wurden in Bayern ca. 13.700 Stück Rotwild erlegt.

Streckendaten Rotwild in Bayern und nach Regierungsbezirken seit 1985 pdf 246 KB

Rotwildstrecke in Bayern seit 1985 bis 2021

Gesamtstrecke Rotwild seit 1985 (© StMELF)

Bild in Originalgröße

Rotwildstrecke in Bayern nach Klassen seit 1985 bis 2021

Gesamtstrecke Rotwild seit 1985, nach Klassen (© StMELF)

Bild in Originalgröße

Hirsch und Alttier im SchneeZoombild vorhanden

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Die Entwicklungsgeschichte der Hirschartigen reicht in erdgeschichtlicher Zeit weit zurück. Die ersten Vertreter der Gattung Cervus (Edelhirsche) sind seit den Eis- und Zwischeneiszeiten des Pleistozäns in Europa bekannt. In den wärmeren Zwischeneiszeiten bildeten sich in den eisfreien Gebieten Steppen und lichte Wälder. In diesen Landschaften entwickelten sich die Edelhirsche, zu deren Vertretern auch unser heute lebender Rothirsch zählt.

Als Ursprungsgebiet der Gattung Cervus gilt Zentralasien. Zahlreiche morphologische Anpassungen im Skelettbau sowie bei den Ernährungs- oder Sinnesorganen waren notwendig, um in den eher offenen Landschaften zu leben. Das Leben in Herden (Rudeln) und als hochbeiniger und schneller Läufer war vorteilhaft gegenüber Fressfeinden.
Ursprünglich kam Rotwild in ganz Europa mit Ausnahme von Nordskandinavien vor. Seine heutige Verbreitung erstreckt sich auf etwa 300 Vorkommen. Da das Rotwild empfindlich auf Störungen jeder Art reagiert, lebt es bei uns heute überwiegend in den größeren und geschlossenen Waldgebieten der Alpen und Mittelgebirge.

Rotwildgebiete: Genügend Platz für wilde Hirsche

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