Kolbenente

eine männliche Kolbenente scwimmt auf einem SeeZoombild vorhanden

© Mittermeier B.

Die Kolbenente gehört zu den Tauchenten und ernährt sich vorwiegend von pflanzlicher Kost. Dank ihres markanten roten Schnabels und des rotbraunen, dreieckig wirkenden Kopfes mit Federhaube sind die Männchen unverwechselbar. Ihr hauptsächliches Verbreitungsgebiet liegt in Mittelasien bis Nordwestchina, aber auch bei uns in Bayern brütet die Kolbenente.

männliche Kolbenente auf Gewässer schwimmend
Im Prachtkleid haben die Erpel einen markanten rotbraunen Kopf mit einem leuchtend roten Schnabel (siehe Foto). Der Kopf wirkt durch eine Federhaube zudem überproportional groß. Die roten Augen setzen sich von dem braunen Kopf zusätzlich ab. Das Gefieder im Brustbereich ist schwarz, an den Flanken weiß und am oberen Bereich des Körpers braun gefärbt. Im Flug lassen sich deutlich weiße Felder auf den Flügeln erkennen. Die Weibchen sind im Prachtkleid weniger auffällig und gut von den Erpeln zu unterscheiden. Sie haben ein hellbraunes Körpergefieder und einen weißen Hals. Der Kopf ist zur Hälfte ebenfalls weiß und im oberen Bereich braun gefärbt. Die Augen sind dunkel und der Schnabel schwarz mit orangenem Rand.

Im Schlichtkleid ähnelt sich das Körpergefieder der beiden Geschlechter stark. Es hat eine bräunliche Färbung, während der vordere Hals und die Wangen sich hell weißlich absetzen. Als sichere Unterscheidungsmerkmale der Geschlechter dienen im Schlichtkleid Schnabel- und Augenfarbe, die unverändert bei den Erpeln rot und bei den Weibachen dunkel gefärbt sind.

weibliche Kolbenente in Gewässer auf Ast sitzend

© Heither H.

Kolbenenten Paar (Weibchen und Männchen) in Gewässer schwimmend bzw. auf Ast sitzend

© Heither H.

Die Stimme der Kolbenente

Die Kolbenente ist eher schweigsam. Die Erpel lassen ab und zu ein "bäht" hören und der Ruf der Weibchen erinnert an Hundegebell, wenn sie verfolgt werden. Hören Sie hier das "bäht" eines Männchens.

Autor: TSA / Tierstimmenarchiv Berlin

Kolbenenten in Bayern

Das größte Brutvorkommen der Kolbenente liegt im asiatischen Raum zwischen Mittelasien und Nordwestchina, wo die Art in Steppengebieten brütet. In Mitteleuropa gibt es nur kleinere, inselartige Brutvorkommen. Der Brutbestand wird in Bayern auf 300 bis 410 Brutpaare geschätzt, mit steigender Tendenz. Rund die Hälfte des deutschen Brutbestands befindet sich in Bayern, wodurch uns eine besondere Verantwortung beim Schutz der Art zukommt. In Bayern brütet die Kolbenente an den südlichen Flüssen, an der Donau und an den Voralpenseen einschließlich des Bodensees. Nördlich der Donau gibt es Brutnachweise im Aischgrund und im Nürnberger Stadtgebiet, ebenso aus Unterfranken, der Regentalaue, dem Rußweihergebiet, dem Starnberger See, sowie Isar, Iller und Ammer.
Viele Kolbenenten ziehen im Winter in Überwinterungsgebiete im Mittelmeerraum, ans Schwarze Meer sowie nach Vorderasien und Hinterindien. Einige der bayerischen Brutvögel und darüber hinaus auch Kolbenenten aus Nordeuropa überwintern in Bayern oder halten Rast auf unseren großen, eisfreien Seen. Im Winterhalbjahr sind das Ismaninger Teichgebiet, Chiemsee und Ammersee die wichtigsten Gewässer für den Aufenthalt der Kolbenenten.

Fundortkarte der Kolbenente des LfU Externer Link

Mit Schilf bewchsene Uferwegetation eines Gewässers, Bäume im HintergrundZoombild vorhanden

© Stahl F. (LWF)

Der Lebensraum der Kolbenente sind nährstoffreiche, flache Binnengewässer mit reicher Verlandungs- und Ufervegetation aus beispielsweise Röhricht und Seggen. Die Kolbenente ist ein Bodenbrüter und legt ihre Nester meist nahe am Wasser, versteckt in der Vegetation an. Häufig sind ihre Nester zum Beispiel im Schilf und werden mit umliegendem Material gebaut. Kolbenenten brüten meistens einzeln, wobei die Nester manchmal auch nur 30 Meter voneinander entfernt sind. Die Eier werden ausschließlich von den Weibchen ausgebrütet, die Erpel bewachen teilweise die Nester und das Brutgeschehen. Die Weibchen legen 8-10 Eier, aus denen nach rund 26 bis 28 Tagen die Küken schlüpfen. Anschließend werden sie von der Mutter geführt, ehe sie nach 45 bis 58 Tagen flugfähig und selbstständig sind.
Kolbenenten sind sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv. In den Wintermonaten leben sie gesellig.

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