Forschungsprojekt
Reduktion von Mähtod bei Wildtieren – jetzt mitmachen!

Die Frühjahrsmahd birgt ein Risiko für junge Wildtiere wie Rehkitze. Im neuen Forschungsprojekt "Reduktion von Mähtod bei Rehkitzen - Wildbiologische Gefährdungskulisse und Effektivität von Detektions- und Vergrämungsmaßnahmen" sollen die Lebensraumnutzung und die Effektivität von Wildtierrettungsmaßnahmen erforscht werden. Hierfür können interessierte Jäger und Landwirte Meldungen von Wildtierfunden und Anwendungen verschiedener Wildtierrettungsmaßnahmen über die Bürgerplattform "Wildtiere in Bayern" (WilTiB) abgeben.

Ziel des Projektes ist, den Wildtierbesatz im Grünland besser einschätzen zu können und gleichzeitig die passende Methode zur Wildtierrettung herauszufinden.

Die erste und zweite Mahd von Grünland und Futterbauflächen fällt jährlich mit der Setzzeit und den ersten Lebenswochen von Jungtieren wie Rehkitzen zusammen. Die Jungtiere werden aufgrund der guten Deckung und des hohen Äsungsgehaltes von ihren Elterntieren auf diesen Flächen häufig abgelegt. Bei drohender Gefahr haben die Jungtiere zu Beginn noch keinen Fluchtreflex. Die Feindvermeidungsstrategie des „sich Drückens“ ist für natürliche Fressfeinde sehr effektiv, bei herannahenden landwirtschaftlichen Maschinen führt sie allerdings zu Problemen.

Damit es zu keinen Verlusten junger Wildtiere kommt, sind aufmerksame Bestandskontrollen auf den Flächen und Kenntnisse über sensible Phasen der vorkommenden Arten nötig. Es gibt eine Reihe von Vorgehensweisen und technischen Anwendungen, wie z.B. Drohnen mit Wärmebildkamera oder den Einsatz von Scheuchen, um die Tiere vor und während der Mahd zu vergrämen, aufzuspüren oder zu sichern. Die Wahl der bestmöglichen Methode ist derzeit durch die Bewirtschaftenden für jede Fläche einzeln zu treffen.

Hierfür werden Informationen zu den genauen Liegeplätzen der Tiere in ganz Bayern benötigt, die über das WilTiB gemeldet werden können. Auch über den analogen Aufnahmebogen (siehe unten) ist die Angabe von Positionsdaten von Wildtierfunden sowie Angaben zum genauen Fundort und ggf. dem Einsatz von Wildtierrettungsmaßnahmen möglich. Auch die Information, dass beim Absuchen der Fläche kein Kitz gefunden wurde, ist hilfreich.
Ihre Unterstützung kann helfen, Wildtiere zu retten.

Kaniber hält Rehkitz_ Kitzrettung

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einer Kitz-Rettungsaktion. (© Schmidhuber, Judith/StMELF)

Jetzt mitmachen!

Falls Sie das Projekt durch Ihre Meldungen unterstützen möchten, können Sie sich unter folgender E-Mail-Adresse melden und registrieren lassen.
(benötigte Angaben: Vor-/Name, E-Mail-Adresse, Regierungsbezirk)

E-Mail: kitzmeldung.oekoklim.wzw@tum.de

WilTiB Schriftzug RGB
Eine Meldung von Wildtierfunden ist über die Bürgerplattform "Wildtiere in Bayern" (WilTiB) möglich.
Alternativ zum WilTiB, können Sie Meldungen auch mit Hilfe des analogen Aufnahmebogens abgeben.

Aufnahmebogen: Wildtierbeobachtung/Wildtierfund pdf 248 KB

Angaben zu Wildtierfunden gemäß des Aufnahmebogens
  • Fundort
  • Genauigkeit des Fundortes
  • Datum/Uhrzeit
  • PLZ (nur bei Aufnahmebögen in Papierform)
  • Gesichtetes Wildtier
  • Verhalten
  • Lautäußerungen
  • Färbungen
  • Sichtbarkeit des Kitzes für den Finder
  • Mittlere Vegetationshöhe
  • Gräserblüte: Gewöhnliches Knäulgras, Fuchsschwanzgräser, Lieschgras
  • Feldfrucht
  • Distanz zum nächsten Waldrand/Hecke
  • Ggf. eingesetze Wildtierrettungsmaßnahmen

weitere Aufnahmebögen

Weiterhin können Sie das Projekt unterstützen, indem Sie Daten einer durchgeführten Wildtierrettungsmaßnahme zur Verfügung stellen.
Dazu wurden für jede Technik bzw. Methode ein Datenerfassungsblatt erstellt.
Die Rückmeldung erfolgt ebenfalls über die oben genannte E-Mail-Adresse.

Projektpartner und Links

Logos der LfL, LWF und TU München

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