Forschungsprojekt: Neue Wege zu einem grenzüberschreitenden Rotwildmanagement in Zeiten des Klimawandels

Das Forschungsprojekt untersucht die grenzüberschreitende Rotwildpopulation im Böhmerwald-Ökosystem. Erforscht werden Populationsentwicklung und Raumnutzung der Tiere, auch vor dem Hintergrund verschiedener Klimaszenarien.

Hintergrund des Projekts

Besendertes Rotwild LwfZoombild vorhanden

Besendertes Rotwild (© Rotwildprojekt)

Der Lebensraum des Rotwilds im Böhmerwald-Ökosystem erstreckt sich über die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava, mehrere staatliche Forstbetriebe und Privatwaldgebiete und umfasst ca. 16.000 qkm. Staats- oder Verwaltungsgrenzen mit unterschiedlichen Managementzielen und -methoden stellen für das Rotwild keine Barrieren dar. Ein Teil der Rotwildpopulation unternimmt ausgeprägte Wanderbewegungen zwischen Sommer- und Wintereinständen, welche auch diese administrativen Grenzen queren. Aufgrund der sich wandelnden Lebensraumbedingungen (z. B. mildere Winter, Störungen durch das jagdliche Management, die intensivere touristische Nutzung der Region) wird seit einigen Jahren ein verändertes Raumnutzungenverhalten des Rotwildes in Teilbereichen des Gesamtlebensraumes von den Beteiligten vor Ort beobachtet. Die klimatischen und menschlichen Einflüsse beeinflussen nicht nur das Raumnutzungsverhalten des Rotwildes, sondern begünstigen auch die Populationsentwicklung und erschweren die Umsetzung bisheriger Bejagungs- und Überwinterungskonzepte.

Die Rotwildpopulation im Grenzgebiet Bayern-Tschechien wächst. Beispielsweise finden die Tiere auf Sukzessionsflächen, die durch Wetterextreme wie den Sturmtiefs Kyrill und Kolle oder durch Borkenkäferbefall entstehen, günstige Nahrungsbedingungen. Diese verbesserte Nahrungsverfügbarkeit kann den Populationszuwachs begünstigen. Die Rotwildpopulation wird ohne nennenswerte Vorkommen großer Beutegreifer nur durch jagdliche Eingriffe reguliert. Derzeit erfolgt die jährliche Abschussplanung von Rotwild im Grenzgebiet Bayern-Tschechien auf Basis der Abschusszahlen der vergangenen Jagdjahre, des Gehölzverbisses und der Schälschäden, sowie Zählungen an Fütterungen und in Wintergattern. Diese Methoden liefern jedoch zunehmend unterschiedliche Ergebnisse. Bisher war die Zählung an Fütterungen und in Wintergattern ein zuverlässiger Index zur Abschätzung eines Populationstrends. Aktuell wird jedoch festgestellt, dass die Tiere während der milden Winter mit geringem Schneefall seltener die Fütterungen und Wintergatter aufsuchen. Dies hat zur Folge, dass sich über Zählungen an Fütterungen und in den Wintergattern die Gesamtpopulation nicht mehr erfassen lässt. Die Validität dieser Zählungen ist somit fraglich. Das Raumnutzungsverhalten hat sich geändert.

Vor diesem Hintergrund müssen zukunftsfähige Konzepte entwickelt werden, die es erlauben, die rotwildbedingten Wildschäden in den um die beiden Nationalparke gelegenen Wirtschaftswäldern auf einem tolerablen Niveau zu halten. Hierzu sollten zunächst belastbare Daten zum Zustand der Rotwildpopulation (Dichte und Struktur) und dem Raumnutzungsverhalten generiert und ausgewertet werden.

Das Projektgebiet umfasst die Fläche der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava, den Forstbetrieb Neureichenau und Teile des Forstbetriebs Kubany. Zur Überwinterung des Rotwilds werden Wintergatter genutzt, die verteilt über das komplette Gebiet angelegt wurden. Die Tiere wandern mit einsetzenden Schneefällen selbstständig in die Gatter ein und werden dort über den Winter gefüttert. Die Gatter werden erst im Frühjahr wieder geöffnet, wenn den Tieren natürliche Nahrung in ausreichender Menge zur Verfügung steht, ohne dass sie sich von Baumrinde ernähren müssen. Durch die Wintergatter wird somit das Schälen von Bäumen verhindert, was zum Absterben der geschädigten Bäume führen kann. In Deutschland ist das Rotwildvorkommen auf ausgewiesene Rotwildgebiete begrenzt. Tiere die außerhalb der Rotwildgebiete gesichtet werden müssen erlegt werden.

Das Projektgebiet umfasst die Fläche der Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava, den Forstbetrieb Neureichenau und Teile des Forstbetriebs Kubany. Zur Überwinterung des Rotwilds werden Wintergatter genutzt, die verteilt über das komplette Gebiet angelegt wurden. Die Tiere wandern mit einsetzenden Schneefällen selbstständig in die Gatter ein und werden dort über den Winter gefüttert. Die Gatter werden erst im Frühjahr wieder geöffnet, wenn den Tieren wieder natürliche Nahrung in ausreichender Menge zur Verfügung steht, ohne dass sie sich von Baumrinde ernähren müssen. Durch die Wintergatter wird somit das Schälen von Bäumen verhindert, was zum Absterben der geschädigten Bäume führen kann. In Deutschland ist das Rotwildvorkommen auf ausgewiesene Rotwildgebiete begrenzt. Tiere, die außerhalb der Rotwildgebiete gesichtet werden, müssen erlegt werden. (© Rotwildprojekt)

Warum ein Forschungsprojekt?

Planung Besenderung Frederik FrankeZoombild vorhanden

Gemeinsam wird im Nationalpark Šumava die Besenderung von Rotwild geplant. (© Frederik Franke)

Von den regionalen Landnutzern wird die Entwicklung der Rotwildpopulation kritisch bewertet, da mit steigendem Wildbestand auch ein Anstieg der Wildschäden befürchtet wird. Seit mehreren Jahren streben die beteiligten Akteure an, das Rotwildmanagement in der Grenzregion neu zu konzeptionieren. In einem ersten Schritt wurde hierfür 2011 eine länderübergreifende Arbeitsgruppe durch die Regierung von Niederbayern ins Leben gerufen. In den darauffolgenden Arbeitstreffen stellte sich rasch heraus, dass eine Neukonzeptionierung des Rotwildmanagements auf der Grundlage von wissenschaftlich abgesicherten wildbiologischen Erkenntnissen erfolgen sollte. Die Idee für das Forschungsprojekt „Neue Wege zu einem grenzübergreifenden Rotwildmanagement in Zeiten des Klimawandels“ – kurz „Rotwildprojekt“ – war geboren!

An dem Projekt sind die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) sowie die beiden Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava beteiligt. Außerdem sind die Forstbetriebe Neureichenau (Bayerische Staatsforsten) und Kubany (Tschechische Staatsforsten) assoziierte Projektpartner. Das Projekt wird im Rahmen des Programms zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Bayern - Tschechische Republik Ziel ETZ 2014 - 2020 gefördert.

Die Projektziele

  • Erprobung und Weiterentwicklung unterschiedlicher Verfahren zur Erfassung des Populationszustandes:
    • Größe der Population und Geschlechterverhältnis
    • Kondition und Konstitution
  • Erfassung und Analyse der aktuellen Raumnutzung der Rotwildpopulation
  • Modellierung der Raumnutzung unter Berücksichtigung von Raumnutzungsdaten aus der Vergangenheit und zukünftiger Klimaszenarien
  • Ableitung von Empfehlungen für ein zukunftsfähiges Populationsmonitoring
  • Aufbau einer zweisprachigen Informations- und Kommunikationsplattform
Die im Rahmen des Projekts erhobenen Daten und Ergebnisse werden so aufbereitet, dass sie von den Akteuren vor Ort als Grundlage für die Neukonzeptionierung eines angepassten Rotwildmanagements herangezogen werden können.

Angewandte Methoden

Im Rahmen des Rotwildprojekts wird der Populationszustand basierend auf DNA-Analysen (Kotgenotypisierung), einem Fotofallenmonitoring sowie Zählungen aus der Luft erfasst. Die aktuelle Raumnutzung wird mittels GPS-Telemetrie untersucht.

Kotgenotypisierung

Rotwild Losungsfunde Bayerwald LwfZoombild vorhanden

Übersichtskarte: Losungsfunde im Projektgebiet (© Rotwildprojekt)

Für die Beprobung von Rotwildlosung – so bezeichnet der Jäger den Kot der Tiere – wurden im Sommer 2018 insgesamt 547 qkm des Projektgebiets von Projektmitarbeitern, eigens dafür eingestelltem Personal, Praktikanten und ehrenamtlichen Mitarbeitern systematisch begangen. Dabei wurde eine Suchstrecke von insgesamt 5.275 km zurückgelegt; fast 3.400 Losungsproben wurden gesammelt. Die Darmepithelzellen, die der Losung anhaften, werden zurzeit in einem Speziallabor genotypisiert. So kann im Anschluss jede Losungsprobe einem Individuum zugeordnet werden. Auch kann mittels genetischer Analysen das Geschlecht eines jeden Individuums ermittelt werden. Mit Hilfe statistischer Verfahren lässt sich über die Häufigkeit von sogenannten „Wiederfängen“ (Losung vom selben Individuum, die an verschiedenen Fundstellen beprobt wurde) die Populationsgröße berechnen.
Die Kotgenotypisierung gilt als eine verlässliche Methode für die Ermittlung von Wildtierdichten. Da sie aber sehr personal- und kostenaufwändig ist, eignet sie sich kaum als Methode für die jährliche Erfassung der Rotwildpopulation im Böhmerwald. Die Befunde der Kotgenotypisierung sollen genutzt werden, um die Ergebnisse anderer Methoden (z. B. des Fotofallenmonitorings) zu kalibrieren.
Beprobung eines Losungsfunds (© Christoph Josten)

Beprobung eines Losungsfunds (© Christoph Josten)

Frau steht im Wald bei der Losungssuche (© Rotwildprojekt)

Losungssuche (© Rotwildprojekt)

Fotofallenmonitoring

Rotwild Kamerafallen Bayerwald LwfZoombild vorhanden

Übersichtskarte: Kamerastandorte im Projektgebiet (© Rotwildprojekt)

Von Frühjahr 2018 bis Sommer 2019 waren im gesamten Projektgebiet 248 Fotofallen im Einsatz. Die Fallen wurden an zufällig berechneten Standorten – jedoch nicht an Straßen oder Wanderwegen – installiert. Sie werden durch einen integrierten Bewegungssensor ausgelöst. Durch die gewonnenen Bilder der Fotofallen konnte eine Datenbank mit über 600.000 Fotos aufgebaut werden. Mit einem überschaubaren Personalaufwand ermöglichte der Einsatz von Fotofallen die Gewinnung von Informationen über Populationsaufkommen, Geschlechts- und Altersstruktur, ohne das natürliche Verhalten der Tiere zu beeinflussen. Die gewonnenen Daten werden genutzt, um mit statistischen Verfahren die Populationsgröße im gesamten Projektgebiet zu berechnen. Außerdem lässt sich auch hier der Einfluss von Lebensraumparametern, wie z. B. die Vegetationsbedeckung oder die Äsungsqualität an den Fotofallenstandorten, in die Berechnung mit einbeziehen.

Installation einer Fotofalle

Die Bildergalerie zeigt Schritt für Schritt das Aufstellen einer Fotofalle.
Das Aufstellen von Kamerafallen muss vorab präzise geplant werden. Dazu gehört auch das Festlegen der Aufstellorte. Angefertigtes Kartenmaterial hilft dabei, die Aufstellorte anzufahren. Wenn es mit dem Fahrzeug nicht mehr weiter geht…

© Christian Zehner

… wird das letzte Stück zu Fuß zurückgelegt. Mit Hilfe eines GPS-Handgeräts, kann der Aufstellort mit einer Toleranz von ca. 10 m aufgefunden werden.

© Christian Zehner

Am Aufstellort angekommen wird die Kamerafalle vorbereitet: Batterien werden eingelegt und alle Einstellungen der Kamera nochmals überprüft. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen und als Diebstahlschutz wird die Kamera in einem eigens für diese Zwecke angefertigtem Häuschen installiert.

© Christian Zehner

Sind am Aufstellort Bäume vorhanden, werden diese zur Montage der Kamerafalle genutzt. Es wird darauf geachtet, dass die Kamera auf einen ausreichend großen, freien Bereich ausgerichtet ist. Die Falle wird nach Nordosten ausgerichtet, um einer Überbelichtung durch direkte Sonneneinstrahlung vorzubeugen. Die Montagehöhe beträgt ca. 70 cm über dem Boden. Die Höhe ist so gewählt, dass Rotwildkälber nicht unter der Kamera „hindurchschlüpfen“ können. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass die Kamera nicht bereits nach den ersten winterlichen Niederschlägen unter einer Schneedecke begraben wird.

© Christian Zehner

Ist die Kamera angebracht, wird sie getestet. Das rote Licht zeigt dem Aufsteller, dass die Kamera eine Bewegung festgestellt hat (hier ausgelöst durch den Fotografen). In diesem  Moment würde sie ein Foto anfertigen, wäre sie bereits scharf gestellt.

© Christian Zehner

Dann wird Rotwild imitiert: in geduckter Haltung bewegt sich der Aufsteller vor der Kamera, um das korrekte Arbeiten der Kamera zu überprüfen. Dieser Test ist wichtig, da der Infrarotsensor, der die Kamera auslöst, lediglich in einem fächerförmigen Bereich vor der Kamera Bewegungen detektieren kann. Ist die Kamera nur leicht nach unten oder oben geneigt, lösen Bewegung schon wenige Meter vor der Kamera kein Foto mehr aus. Die passende Neigung ist eingestellt, wenn der Detektionsbereich parallel zum Boden verläuft.

© Christian Zehner

Im Anschluss werden die Testbilder ausgelesen und gesichtet, um sich von der korrekten Arbeitsweise der Kamera zu überzeugen.

© Christian Zehner

Nach Abschluss des Fotofallenmonitorings sollen die gewonnenen Daten mit Informationen zum Habitat verknüpft werden, um herauszufinden welches Habitat Rotwild aufsucht bzw. meidet. Einer dieser Habitatparameter ist die Schneehöhe. Um sie zu erfassen, wird ein Messstab mit regelmäßigen Markierungen vor der Kamera in den Boden geschlagen, mit dessen Hilfe sich auf den erstellten Fotos die jeweilige Schneehöhe ablesen lässt.

© Christian Zehner

Auch wenn die Kamerafallen stets abseits von Straßen und Wanderwegen installiert werden, wird ein Schild angebracht, das auf die Kamerafalle hinweist. Sind dennoch Personen auf den angefertigten Fotos zu sehen, werden die betreffenden Aufnahmen direkt beim Auslesen gelöscht.

© Christian Zehner

Zu jeder aufgestellten Kamera wird ein detailliertes Protokoll ausgefüllt. Unter anderem wird der Aufstellort grob skizziert. Im Anschluss wird die Falle scharf gestellt. Mit einer Batterieladung bleibt die Kamera ca. 3 Monate aktiv.

© Christian Zehner

Zählung aus der Luft

Rotwild Überfliegung Bayerwald LwfZoombild vorhanden

Übersichtskarte: Überfliegung des Projektgebietes (© Rotwildprojekt)

Im Spätsommer 2018 wurden exemplarisch zwei Flächen im Projektgebiet mit Hilfe eines Ultraleichtflugzeuges, welches mit einem Aufnahmesystem bestehend aus einer Infrarotkamera (IR) und einer hochauflösenden Echtbildkamera (VIS) ausgestattet wurde, überflogen. Ein GPS-Navigationsgerät an Bord des Flugzeugs ermöglichte das genaue Abfliegen von vorher geplanten Flugrouten und diente der Verortung der aufgenommenen Bilder. Wildtiere lassen sich auf den so erstellten Infrarotaufnahmen als Wärmequelle identifizieren, eine artgenaue Bestimmung ist dann mit Hilfe der entsprechenden Aufnahmen der Echtbildkamera möglich. Im Gebiet nordöstlich des Trinkwasserspeichers bei Frauenau wurde mit einer Flugtransektlänge von 195 km ein Areal von ca. 2.500 ha erfasst. Auf diesem Areal konnten 63 Stück Rotwild detektiert werden. In dem etwas kleineren Gebiet bei Waldhäuser wurden mit 136 Flugkilometern ein Areal von ca. 1.500 ha erfasst. Hier konnten 57 Detektionen verzeichnet werden.

Aus der Luft lassen sich aufgrund von dichter Vegetation, durch die weder die Echtbild- noch die Infrarotkamera „hindurchblicken“ kann, oftmals nicht alle überflogenen Tiere erfassen. Die mit Telemetriehalsbändern ausgestatteten Tiere (siehe Methode GPS-Telemetrie) bieten in dem vorliegenden Projekt jedoch eine Möglichkeit, diesen Fehler grob abzuschätzen. Mithilfe der Erfassungsrate der markierten Tiere, deren Position zum Zeitpunkt der Überfliegung bekannt ist, sollen die Ergebnisse der Luftzählung evaluiert werden. Dies ermöglicht eine Abschätzung der Anzahl der Tiere in dem überflogenen Bereich.
Ultraleichtflugzeug (© Wildlifemonitoring.eu)

Ultraleichtflugzeug (© Wildlifemonitoring.eu)

Detektion von Rotwild mittels Infrarotkamera (IR) © wildlifemonitoring.eu

Detektion von Rotwild mittels Infrarotkamera (IR) (© wildlifemonitoring.eu)

Detektion von Rotwild mittels  Echtbildkamera (VIS) © wildlifemonitoring.eu

Detektion von Rotwild mittels Echtbildkamera (VIS) (© wildlifemonitoring.eu)

Detektion von Rotwild mittels Echtbildkamera (VIS) © wildlifemonitoring.eu

Detektion von Rotwild mittels Echtbildkamera (Vergrößerung) (© wildlifemonitoring.eu)

GPS-Telemetrie

Besenderung Small © Christian ZehnerZoombild vorhanden

Anbringen der Telemetriehalsbänder (© Christian Zehner)

Das Raum-Zeit-Verhalten des Rotwildes wird mittels GPS-Telemetrie untersucht. Dazu wurden während den Wintern 2017/18 und 2018/19 insgesamt 74 Tiere auf beiden Seiten der Grenze mit Telemetriehalsbändern ausgestattet. Die Besenderung wurde in unterschiedlichen Verwaltungseinheiten (z. B. Nationalpark und Forstbetrieb) vorgenommen. Die Halsbänder nehmen über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren stündlich eine Verortung der Tiere vor und senden die ermittelte Position auf die Computer der Wissenschaftler. Der so gewonnene Datensatz ermöglicht es, verschiedene zeitliche Auflösungen des Bewegungsverhaltens – von der Tageseinheit bis hin zum Jahresverlauf – zu untersuchen. Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit, die aktuelle Raumnutzung mit bereits vorhandenen GPS-Daten, die im Zeitraum 2002 bis 2013 in Teilen des Projektgebiets erhoben wurden, zu vergleichen und somit langfristige Veränderungen im Raumnutzungsverhalten der Tiere aufzudecken. Durch eine Verschneidung der Telemetriedaten mit weiteren Fachdaten, können darüber hinaus Fragestellungen zur Auswirkung der Landnutzung durch den Menschen und der Klimaveränderung auf das Raum-Zeit-Verhalten des Rotwilds beantwortet werden.
Rotwild mit Sender

Besendertes Rotwild (© Rotwildprojekt)

Interner Bereich

Die folgenden Links führen zu einem passwortgeschützten Bereich für Projektbeteiligte.

Projektpartner:

Projektpartner Rotwildmanagement nur grüne LWF

Gefördert von:

Förderpartner Zeil ETZ Freitstaat Bayern - Tschechische Republik Interreg V und EU