FAQ zum jagdlichen Einsatz von künstlichen Lichtquellen

Die FAQ zum jagdlichen Einsatz von künstlichen Lichtquellen (KLQ) in Bayern bieten einen kompakten Überblick zu den wichtigsten Themen.

1. Was ist eine künstliche Lichtquelle?

Bei einer künstlichen Lichtquelle handelt es sich insbesondere um eine Taschenlampe oder einen Strahler (handgehalten oder stationär).
Die größte Verbreitung haben Glühbirnen-, Halogen-, LED- und Lasertechnik. Der Nutzer entscheidet sich je nach Einsatzschwerpunkt und persönlichen Präferenzen für die jeweilige Technik.

2. Welche jagdlichen Einsatzbereiche kommen für künstliche Lichtquellen in Frage?

Grundsätzlich kommen bei der Jagdausübung drei Einsatzbereiche für künstliche Lichtquellen in Betracht:

Künstliche Lichtquellen, die sichtbares Licht erzeugen, können z. B. an einer Ansitzeinrichtung befestigt werden, um Schwarzwild an einer Kirrung anzuleuchten. Dazu wird eine Ausnahmegenehmigung durch die Untere Jagdbehörde benötigt. Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit dar.

Erfolgt die Befestigung über eine Klemmmontage an einer Jagdlangwaffe, kann mithilfe der künstlichen Lichtquelle ein Wildschwein angeleuchtet, sicher angesprochen und ggf. weidgerecht erlegt werden. Dazu wird eine jagdrechtliche Ausnahmegenehmigung und eine waffenrechtliche Beauftragung benötigt. Verstöße stellen eine Straftat dar.

Künstliche Lichtquellen kommen auch in Kombination mit Nachtsichtgeräten zum Einsatz. Infrarot-(Laser)Lampen werden bei fehlendem Restlicht für eine bessere Aufhellung und Bilddarstellung in Verbindung mit Nachtsichtgeräten eingesetzt. Zur Sichtbarmachung einer Infrarot-Beleuchtung wird ein Nachtsichtgerät benötigt.
Für das Zusammenstecken des Nachtsichtgeräts ggf. mit künstlichen Lichtquelle oder der Lichtquelle alleine mit einer optischen Zielhilfe (z. B. Zielfernrohr), die auf einer Jagdlangwaffe montiert ist, wird eine jagdrechtliche Ausnahmegenehmigung und eine waffenrechtliche Beauftragung benötigt. Liegt diese nicht vor, handelt es sich bereits bei dem Zusammenstecken um einen Straftatbestand.

3. Was ist ein Infarot(IR)-Strahler und was ist bei der Verwendung zu beachten?

Eine künstliche Lichtquelle, die für das menschliche Auge unsichtbares Infrarotlicht ausstrahlt, wird als IR-Strahler bezeichnet.
Bei sichtbaren starken Lichtstrahlen reagiert das menschliche Auge i. d. R. mit dem Lidschlussreflex. Bei dem für das Auge unsichtbaren Infrarotlicht erfolgt der Schutzreflex nicht. Bei sehr leistungsfähigen IR-Strahlern kann es daher zu einer dauerhaften Schädigung der Augen kommen. Das gilt für alle IR-Strahler, unabhängig von der Technik mit der das Licht erzeugt wird. Der Anwender muss sich demnach im Vorfeld vom Fachhändler/Büchsenmacher eingehend beraten lassen und die Gebrauchshinweise des Herstellers strikt befolgen.

4. Was ist eine Laser(taschen)lampe?

Eine Laser(taschen)lampe ist bezogen auf Aussehen und Gebrauch einer herkömmlichen Taschenlampe ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass Licht mithilfe einer Laserdiode erzeugt wird (anstatt eines Halogenstrahlers, einer Glühbirne oder einer LED). Die Reichweite einer Laserlampe ist primär abhängig von der Leistung des Lasers und kann mehrere Hundert Meter bis zu einigen Kilometern betragen.

5. Wovon hängt die Farbe des Laserlichts ab?

Die Farbe (Frequenz) des für das menschliche Auge sichtbaren Laserlichts hängt von dem als Lasermedium eingesetzten Stoff ab. Ein Helium-Neon-Laser ist meist rötlich, ein Arsen-Laser grünlich. Laserlampen, die grünes Licht emittieren, werden als besonders hell wahrgenommen, da das menschliche Auge empfindlicher auf grün reagiert.

6. Gibt es Infrarotlaser?

Es gibt auch Laserlampen, die für das menschliche Auge unsichtbare Laserstrahlung aussenden. Solche Laserlampen werden auch als Infarotlaser bezeichnet (Bsp.: Gallium-Aluminium-Arsenid-Laser, die Licht im Wellenlängenbereich von 700-800 nm emittieren).

7. Was muss beim Einsatz einer sehr leistungsfähigen Laser(taschen)lampe beachtet werden?

Laserlampen haben oft eine vergleichsweise hohe Leistungsfähigkeit. Aufgrund der extremen Bündelung des Lichtstrahls ist deren Reichweite oft deutlich größer als bei anderen Lampen. Um Gefahrensituationen vorzubeugen, muss der Anwender die Gebrauchsanweisung strikt beachten. Bei unachtsamem Umgang können damit z. B. Autofahrer oder im Bereich von Einflugschneisen eines Flughafens Piloten geblendet werden. Hierbei handelt es sich um gefährliche Eingriffe in den Straßen- bzw. Luftverkehr. In beiden Fällen können Straftatbestände vorliegen.

8. Wie beeinflusst eine Laserlampe die Leistungsfähigkeit eines Nachtsichtgeräts?

Strahlt eine Laserlampe infrarotes Licht aus, ist dieses für das menschliche Auge nicht sichtbar. Es kann aber mithilfe eines Nachtsichtgeräts sichtbar gemacht werden. Damit kann die Leistungsfähigkeit eines Nachtsichtgeräts deutlich gesteigert werden.

9. Was ist der Unterschied zwischen einem Zielpunktlaser und einer Lasertaschenlampe?

Der Einsatzzweck des Zielpunktlasers ist es - verbunden mit einer Schusswaffe - den Treffprunkt des Geschosses auf dem Ziel zu markieren. Aus diesem Grund ist der projizierte Punkt vergleichsweise klein. Hierbei ist eine Identifizierung des Ziels mithilfe des Lasers nicht möglich. Bei einer Lasertaschenlampe steht die Beleuchtung des Ziels und seiner Umgebung im Vordergrund. Der Laserstrahl ist durch technische Einrichtungen so beschaffen, dass ein großflächiges Ausleuchten des Ziels und dessen Umgebung möglich ist (siehe auch Frage 4).

10. Welche Waffenlampen dürfen nicht verwendet werden?

Dabei handelt es sich um Lampen, die bauartbedingt immer für die Verwendung auf Schusswaffen bestimmt sind (z. B. ins Gehäuse integrierte Montagevorrichtung). Dabei ist es unerheblich, mithilfe welcher Technologie (Glühbirne, LED, Laser usw.) Licht erzeugt wird und ob es sichtbar ist oder im infraroten Bereich strahlt. Das gleiche gilt für Zielpunktlaser. In allen Fällen handelt es sich um einen in Bayern für die Jagdausübung nicht genehmigungsfähigen, verbotenen Gegenstand.