Höckerschwan

Höckerschwan mit Jungen

©Monika Tugcu/pixelio.de

Der Höckerschwan ist die größte Schwanenart Europas. In Bayern kommt er heute auf fast allen Seen oder Teichen und entlang von größeren Flüssen vor. Durch die Nähe zum Menschen ist der einst scheue Wildvogel inzwischen eher zu einem halbzahmen "Parkvogel" geworden, der oft in Scharen gemeinsam mit Stockenten, Blässhühnern und Möwen an Futterplätzen anzutreffen ist.

Erscheinungsbild

Höckerschwanfamilie auf und am Nest
Der Höckerschwan hat mit 160 Zentimetern Körperlänge, einer Spannbreite von bis zu 240 Zentimetern und einem Gewicht bis zu 14 Kilogramm eine durchaus beachtliche Größe. Er ist damit einer der schwersten, flugfähigen Vögel bei uns.
Erwachsene Tiere ab einem Alter von etwa drei Jahren fallen durch ihr rein weißes Gefieder auf. Charakteristisch ist auch der orangerote bis fleischfarbene Schnabel mit der schwarzen Spitze. Das Gefieder der jüngeren Schwäne hingegen ist eher grau bis graubraun. Ihr Schnabel ist ebenfalls graubräunlich oder hellrot gefärbt.
ein junger Höckerschwan mit schwarzem Schnabel und kurzem grauen Gefieder schwimmt.

©Martin Schneider/pixelio.de

Eine Höckerschwanfamilie frisst.

©Eddy/pixelio.de

Ein Schwan sitzt auf seinem Nest.

©Lutz Smolka/pixelio.de

Kopf eines Schwans im Portrait

©Fabio Sommaruga/pixelio.de

Seinen Namen verdankt der Höckerschwan dem schwarzen Höcker an Schnabelansatz und Stirn. Dieser ist bei männlichen Tieren um einiges stärker ausgeprägt, als bei den Weibchen. Von der Schnabelbasis zum Auge hin setzt sich der schwarz gefärbte Höcker in einem schwarzen Dreieck fort. So erscheint die Kopfpartie noch eindrucksvoller. Auch die Beine (Ruder) der Höckerschwäne sind stets schwarz gefärbt. Auf dem Wasser schwimmend sehen die Tiere, dank ihres langen, s-förmig gebogen Schwanenhals sehr anmutig aus.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: [i]Cygnus olor[/i]
  • Gewicht: bis 14 Kilogramm
  • Größe: Körperlänge bis 160 Zentimetern, Flügelspannweite bis 240 Zentimetern
  • Alter: bis 20 Jahre
  • Geschlechterunterschied: schwarzer Höcker auf Stirn beim Männchen stärker ausgeprägt als beim Weibchen
  • Gelege: 5 bis 8 Eier, eine Brut pro Jahr

Laute der Höckerschwäne

Höckerschwan im Flug

©Kurt Bouda/pixelio.de

Meist sind sie schweigsam, zur Brutzeit geben sie gurgelnde bis trompetende Laute von sich. Verteidigen sie die Familie oder das Territorium "fauchen" sie sogar.
Hören Sie hier mehrere Rufe und das Geräusch schlagender Flügel.

Autor: Frommolt, Karl-Heinz / Tierstimmenarchiv Berlin

Höckerschwäne in Bayern

Die interaktive Karte ermöglicht Ihnen einen einmaligen Blick auf jagdliche Daten. Dargestellt sind das Bundesland Bayern mit seinen Landkreisen und die jagdliche Strecke (erlegtes Wild und Fallwild) in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Je dunkler die Färbung, umso höher ist die jagdliche Strecke.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten auf der linken Seite gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG) Externer Link

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Höckerschwan Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke seit 1985 (©LfL)

Das nebenstehende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung des Höckerschwans in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Der singende Flieger

Ein Schwan nimmt auf einer Wasserfläche Anlauf um los zu fliegen.Zoombild vorhanden

©Dieter Kreikemeier/pixelio.de

Um sich in die Lüfte schwingen zu können, braucht der doch recht große und schwere Vogel erst einmal "Anlauf". Er rennt zunächst über das Wasser um die nötige Startgeschwindigkeit zu erreichen, bevor er abheben kann. Einmal in der Luft, verursachen seine stattlichen Schwingen ein lautes, "singendes" Fluggeräusch. Höckerschwäne fliegen, wie auch Störche, mit gestrecktem Hals. So kann man sie eindeutig von Reihervögeln unterscheiden, die im Gegensatz dazu ihren Hals im Flug stets s-förmig und eng anliegend tragen.

Lebensraum und Lebensweise

Höckerschwanfamilie auf und am Nest.Zoombild vorhanden

©berggeist007/pixelio.de

Höckerschwäne sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. In Bayern trifft man sie hauptsächlich in und an nährstoffreichen Binnengewässern an. Im seichten Wasser der Uferzone, können sie dank ihres langen Halses bis zu einem Meter tief "gründeln" und nach Nahrung suchen. Im Herbst und Winter, sobald die Gewässer zugefroren sind, werden aber auch Felder gern besucht, in der Hoffnung, dort etwas Fressbares zu finden. Da sie kaum Scheu vor dem Menschen haben, betteln sie bei Gelegenheit zusammen mit den verschiedensten anderen Arten an den Gewässern nach Futter.
Während des Sommers leben Höckerschwäne im Familienverband. Im Winter schließen sie sich zu teilweise zu großen Trupps zusammen. Schwäne die nicht brüten leben meist das ganze Jahr in größeren Gruppen. Hat sich ein Pärchen einmal gefunden, bleiben die Beiden normalerweise ein Leben lang zusammen. Die monogamen Partner brüten gemeinsam und sorgen dann auch zu zweit für ihren Nachwuchs.
Vor allem während der Brutzeit verteidigt das Männchen sein Territorium heftig. Er stolziert oder schwimmt dann in Imponierhaltung, mit segelartig aufgestellten Schwingen, umher. Er droht seinen Rivalen und generell allem was sich nähert, auch den Menschen. Gelingt es ihm nicht, Eindringlinge mit drohendem Fauchen zu vertreiben, attackiert er sehr aggressiv, mit Schnabelbissen und Flügelschlägen.

Ernährung

Zwei Schwäne "gründeln" kopfüber im Wasser um an Wasserpflanzen zu kommen.Zoombild vorhanden

©Kurt Michel/pixelio.de

Die Hauptnahrung des Höckerschwans sind Wasser- und Sumpfpflanzen. Aber auch diverse Insekten und Schnecken stehen gern auf dem Speiseplan. Zur Zeit der Mauser vertilgt ein Höckerschwan täglich bis zu 4 Kilogramm Futter. Wenn die Gewässer zufrieren oder das Wachstum der Wasserpflanzen nachlässt, weicht er zur Nahrungssuche auch auf Wiesen und Felder aus. Dort rupft er Gras, Raps oder Wintergetreidesaaten. Die Verkotung der Flächen wird dann gelegentlich zum Problem.

Höckerschwäne im Jahresverlauf

Höckerschwan mit Jungen.Zoombild vorhanden

©Monika Tugcu/pixelio.de

Normalerweise beginnen Höckerschwäne im März mit dem Brutgeschäft. Dazu wird ein großes Nest aus Ästen, Schilf und Rohr errichtet. Diese Nester werden häufig auch über mehrere Jahre hinweg genutzt. Hauptsächlich das Weibchen bebrütet die durchschnittlich 5 bis 8 grünlichen, um die 15 Zentimeter langen Eier für etwa 35 bis 38 Tage. Sobald die Küken geschlüpft sind, folgen sie den Eltern aufs Wasser, später auch aufs Land.
Ab Herbst, mit etwa 4 bis 5 Monaten, lernen die jungen Höckerschwäne dann fliegen. Nun können sie mit den Elterntieren auf Futtersuche gehen. Die Jungtiere bleiben bei den Eltern, bis der Vater sie, spätestens zu Beginn der nächsten Brutsaison, aus dem Territorium vertreibt. Die meisten Höckerschwäne bei uns bleiben über den Winter in Bayern, zusätzlich überwintern hier auch Höckerschwäne aus dem Norden.

Jagd und Management

Kopf eines Schwans im PortraitZoombild vorhanden

©Fabio Sommaruga/pixelio.de

Der Höckerschwan unterliegt gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1 BJagdG dem Jagdrecht. In Bayern genießen die Schwäne vom 21. Februar bis 31. Oktober Schonzeit. Den Rest des Jahres dürfen sie bejagt werden.