Rabenkrähe

Rabenkrähe sitzt auf einem Holzpfahl und schaut nach unten.

©Marcel Schauer-Fotolia.com

Jeder, egal ob er in der Stadt oder auf dem Land lebt, kennt den Ruf der Rabenkrähe. Obwohl man das raue "Kräh, Kräh" wohl kaum als Gesang bezeichnen würde, werden Rabenkrähen zu den Singvögeln gezählt. Die sehr intelligenten und sozialen Vögel waren im Mittelalter als Galgenvogel verschrien. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten sind sie mitunter auch heute noch keine gern gesehenen Gäste, da sie Schäden an Saatgut und Silage verursachen können.

Erscheinungsbild

zwei Rabenkrähen sitzen auf einer Mauer. Wasser im Hintergrund.
Rabenkrähen sind mit ihrer knapp einen Meter betragenden Spannweite mittelgroße Vertreter der Rabenvögel. Auf der Rückenseite schimmert ihr durchweg schwarzes Gefieder bläulich mit schwachem Metallglanz. Die Augen sind bei erwachsenen Tieren schwarz-braun. Der Stoß der Rabenkrähe endet gerade und wirkt fast wie "abgeschnitten".
Generell gleichen die Jungvögel den Altvögeln, ihr Gefieder ist jedoch zunächst matter und die Augen sind blaugrau. Auch der Schnabel und die Beine der Rabenkrähe sind komplett schwarz gefärbt.

Rabenkrähe oder Saatkrähe?

Rabenkrähe im Flug

©alkimson-Fotolia.com

eine Rabenkrähe an einer Pfütze auf einer geteerten Straße. Braunes Laub im Hintergrund.

©rekemp-Fotolia.com

Eine Saatkrähe auf einer vertrockneten braunen Wiese.

©kwasny221-Fotolia.com

Eine Saatkrähe auf einem abgeernteten braunen Acker.

©ornitolog82-Fotolia.com

Rabenkrähen haben einen kräftigen, gebogenen Schnabel, der aus einer befiederten Schnabelwurzel entspringt. Dieser Schnabel ist wohl das markanteste Unterscheidungsmerkmal zwischen der Rabenkrähe und der Saatkrähe ([i]Corvus frugilegus[/i]), dem anderen, bei uns häufig vorkommenden Vertreter der Rabenvögel. Ausgewachsene Saatkrähen haben einen nackten, grau–gelblichen Schnabelansatz. Ansonsten sind sich Raben- und Saatkrähe optisch sehr ähnlich.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: [i]Corvus corone[/i]
  • Gewicht: etwa 500 g
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 46 - 49 cm; Spannweite 85 - 110 cm
  • Alter: bis zu 19 Jahre
  • Geschlechterunterschied: beide Geschlechter sind gleich gefärbt, Unterscheidung kaum möglich
  • Anzahl der Jungen: 2 - 6

Das Krächzen der Rabenkrähe

Eine Rabenkrähe sitzt auf einem Holzpfahl und hat den Schnabel weit zum Ruf geöffnet.

©ernstboese-Fotolia.com

Rabenkrähen gehören zu den Singvögeln. Sie geben aber eher ein recht rauhes und unmelodisches Gekrächz von sich.

Autor: Tembrock, G. / Tierstimmenarchiv Berlin

Situation in Bayern

Die interaktive Karte ermöglicht Ihnen einen einmaligen Blick auf jagdliche Daten. Dargestellt sind das Bundesland Bayern mit seinen Landkreisen und die jagdliche Strecke (erlegtes Wild und Fallwild) in den Landkreisen. Je dunkler die Färbung, umso höher ist die jagdliche Strecke.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG) Externer Link

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Rabenkrähe Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke Rabenkrähe seit 1985 (©LfL)

Das nebenstehende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung der Rabenkrähen in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Lebensraum und Lebensweise

Eine Rabenkrähe sitzt auf einer Antenne. Eine weitere Rabenkrähe fliegt nach links davon.Zoombild vorhanden

©Oliver Klas/Pixelio.de

Rabenkrähen bewohnen bevorzugt halboffene Landschaften. Große geschlossene Wälder sind dagegen eher unbeliebt, da Flächen mit niedriger Vegetation wie Ackerland, Viehweiden und Mähwiesen gern zur Futtersuche aufgesucht werden.
Ihre Nist- und Schlafplätze richten sie für gewöhnlich in Bäumen und Sträuchern ein. Waldränder oder Feldgehölzen sind dabei beliebte Standorte. Mitunter werden aber auch Strommasten als Nist- und Ruheplätze genutzt.
Rabenkrähen sind ausgesprochene Kulturfolger. Sie sind daher regelmäßig auch in Städten anzutreffen, wo ihnen Parkanlagen und Abfallhalden einen reichlich gedeckten Tisch bieten. Rabenkrähen leben generell in Schwärmen, nur zur Brutzeit treten sie entweder als territoriale Brutpaare oder als revierlose Nichtbrüter in kleineren "Jungesellenschwärmen" auf.

Eine Rabenkrähe auf einer Wiese. Im Hintergrund ein Kirchturm.Zoombild vorhanden

©Peter Freitag-Fotolia.com

Hat sich ein Rabenkrähenpaar einmal gefunden, bleiben die Tiere meist ein Leben lang zusammen. Die Paare verteidigen ihre Reviere energisch gegen Eindringlinge. Lediglich Jungtiere vorangegangener Jahre werden im Elternterritorium geduldet. Diese helfen dann aktiv bei der Verteidigung und teilweise sogar bei der Aufzucht jüngerer Geschwister.
Die Reviergrößen variieren zwischen 14 und 49 Hektar und sind stark vom Nahrungsangebot abhängig. In Stadtgebieten mit hoher Nahrungsverfügbarkeit sind sie meist deutlich kleiner als in offenen Agrarlandschaften. Bei hoher Dichte kommt es nicht selten vor, dass sich die Territorien mehrerer Paare überschneiden oder auch einmal in "fremden" Gebieten nach Nahrung gesucht wird.
Im Freiland erreichen Rabenkrähen ein Alter von bis zu 19 Jahren.

Ernährung

Rabenkrähe NussZoombild vorhanden

©rekemp-Fotolia.com

Wie andere Krähenvögel auch sind Rabenkrähen typische Allesfresser. Das Nahrungsspektrum ist entsprechend breit und reicht von Weichtieren, Insekten, Eiern, Aas oder Abfällen bis hin zu Kleinnagern, anderen Vögeln oder Jungtieren von Feldhase und Kaninchen. Zum Leidwesen mancher Landwirte stehen auch Saatgut, Samen und Früchte auf dem Speiseplan. Bei der Nahrungssuche bewegen sich Rabenkrähen hauptsächlich wandernd oder hüpfend am Boden fort. Gelegentlich suchen sie jedoch auch im Flug nach Nahrung.

Keine Bevölkerungsexplosion möglich

Eine Rabenkrähe seitlich auf einer Wiese mit altem Laub fotografiert.Zoombild vorhanden

©rekemp-Fotolia.com

Rabenkrähenpopulationen besitzen effektive Regulationsmechanismen, weshalb es kaum zu einer "Bevölkerungsexplosion" kommen kann. Die innerartliche Bestandsregulierung erfolgt dabei im Wesentlichen über Territorialität, (Nahrungs-)Konkurrenz und Prädation. Gerade in der Brutzeit, wenn es territoriale Paare gibt, bekämpfen sich die Krähen sehr intensiv untereinander. Nicht brütende Tiere stören dann aktiv das Brutgeschäft durch z. B. Übertretung der Reviergrenzen oder Nesträuberei.
Ihre Flexibilität als Kulturfolger wird den Rabenkrähen in diesem Zusammenhang häufig ebenfalls zum Verhängnis. So ist die Nahrungsqualität im städtischen Siedlungsraum für junge Rabenkrähen vielfach nicht optimal. Die Hinterlassenschaften des Menschen bieten selten die hochwertige, eiweißreiche Kost, die Jungvögel benötigen. Deshalb verhungern viele von ihnen – noch bevor sie flügge werden – im Nest.

Rabenkrähen im Jahresverlauf

Rabenkrähen werden mit zwei Jahren geschlechtsreif, das erste Brutgeschäft erfolgt in der Regel aber erst im darauffolgenden Jahr.
Die Krähen balzen im März/April. Hat sich ein Paar gefunden, lebt dieses ein Leben lang in monogamer Dauerehe, wobei meist das gleiche Brutrevier aufgesucht wird. Der Horst wird vorzugweise auf hohen Bäumen, im Gebirge auch an Felswänden gebaut und "recycelt". Das Nest wird also in aufeinanderfolgenden Jahren nur ausgebessert und dann wiederverwendet. Das Weibchen brütet in 18 - 20 Tagen vier bis sechs blaugrüne, dunkelbraun oder olivfarben gefleckte Eier aus. Das Männchen sorgt während dieser Zeit für das leibliche Wohl des Weibchens.
Ist der Nachwuchs da, vergehen durchschnittlich 31 bis 34 Tage, bis die Kleinen flügge werden und das Nest verlassen. Auch danach werden die Jungen noch etwa vier bis fünf Wochen von beiden Eltern versorgt. Im Anschluss schließen sich die Jungvögel meist anderen Schwärmen an. Im Normalfall brütet ein Rabenkrähenpaar nur einmal im Jahr. Bei Gelege- oder Nestlingsverlust jedoch sind Ersatzbruten keine Seltenheit.

Jagdliche Begriffe

Für die Rabenkrähen und deren Verhaltensweisen werden unter Jägern unter anderem folgende Begriffe verwendet:

  • Schlafbaum, hocken: Ruheort, ruhen
  • Fraß, Raub: Nahrung
  • Schwingen, Stoß: Flügel, Schwanz
  • Ständer: Beine
  • Hüpfspur: Trittbilder
  • Geschmeiß: Kot
  • quarren (Balz), krächzen, hassen (z.B. auf Sperber oder Eulen): unterschiedliche Lautäußerungen

Jagd und Management

Eine Rabenkrähe sitzt in einem Baum. Der Baum hat keine Blätter.Zoombild vorhanden

©Miro Jennerjahn/Pixelio.de

Im Gegensatz zur Saatkrähe unterliegt die Rabenkrähe gem. § 18 Nr. 2 AVBayJG dem bayerischen Jagdrecht. Rabenkrähen dürfen vom 16. Juli bis 14. März bejagt werden. Den Rest des Jahres besteht Schonzeit.