Mauswiesel

Mauswiesel seitlich auf Steinen

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Es ist sehr schnell, wieselflink und dabei kaum größer als eine Maus – das Mauswiesel. Es gehört zur Familie der Marderartigen und ist neben dem Hermelin die zweite, bei uns lebende Wieselart. Mit nur rund 20 Zentimetern Länge ist das Herrmännchen oder Zwergwiesel, wie es auch genannt wird, das kleinste Raubtier der Welt. Es kommt in ganz Europa (außer Irland) bis Nordafrika und Kleinasien, sowie in Mittel- und Nordasien vor. Auch im nördlichen Nordamerika und in Neuseeland ist es zu finden.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: [i]Mustela nivalis[/i]
  • Gewicht: 30 - 105 g
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 15 - 25 cm
  • Alter: 3 bis 5 Jahre
  • Geschlechterunterschied: Männchen etwas größer und schwerer als Weibchen
  • Anzahl der Jungen: 2 – 7 Junge pro Wurf

Erscheinungsbild

Hermelin auf Ast sitzendZoombild vorhanden

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Mauswiesel haben eine sehr langgestreckte, spindelförmige Gestalt mit vergleichsweise kurzen Extremitäten. Der Körperbau und die geringe Größe erlauben es dem flinken Räuber seinen Beutetieren bis in deren Höhlengänge nachzustellen. Der kurze braune Schwanz hat im Gegensatz zum Hermelin keine schwarze Spitze. Die braune Körperoberseite ist durch eine meist unregelmäßig gezackte Linie von der weißen Brust- und Bauchpartie getrennt.
Auf der Schnauze findet sich stets ein heller Nasenspiegel und hinter dem Mundwinkel ein kleiner, weißer Fleck. Im Unterschied zum Hermelin behalten Mauswiesel in unseren Breiten auch im Winter ihre braune Färbung. In den östlichen Alpen, Hochgebirgen sowie in den nördlichen Bereichen ihres Verbreitungsgebiets tragen sie, wie das Hermelin, ein weißes Winterkleid.

Das Mauswiesel in Bayern

In der nachfolgenden interaktiven Karte können Sie sich über das Mauswiesel in ganz Bayern, jedem beliebigen Landkreis und über verschiedene Zeiträume hinweg informieren. Die dargestellten Zahlen ergeben sich aus den Streckenlisten der Reviere des ausgewählten Bereichs.
In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist (z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter) eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Unteren Jagdbehörde vorzulegen.
Verwendung und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG ) Externer Link

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Mauswiesel Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke Mauswiesel seit 1985 (©LfL)

Das folgende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung des Mauswiesel in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Besonderheiten des Mauswiesel

Mauswiesel kletter auf einem AstZoombild vorhanden

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Mauswiesel sind an das Vorkommen von Kleinnagern gebunden. Somit schwanken die Bestände von Jahr zu Jahr beträchtlich. In schlechten Mäusejahren kann das Mauswiesel lokal verschwinden, wogegen es in guten Jahren (als einziger wildlebender Beutegreifer) zweimal erfolgreich Nachwuchs zur Welt bringen kann. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass Mauswiesel im Vergleich zu vielen anderen Marderartigen keine verlängerte Tragzeit haben (siehe Steinmarder).

Steinmarder

Lebensraum und Lebensweise

Mauswiesel im GrasZoombild vorhanden

©Stephan Morris–Fotolia.com

Mauswiesel sind Einzelgänger und finden in strukturreichen Feld- und Wiesenlandschaften und Brachflächen einen geeigneten Lebensraum. Geschlossene Wälder werden gemieden. Eine Gefahr für die flinken Tiere besteht darin, dass sie häufig Böschungen in Straßennähe bewohnen und somit dem Verkehr zum Opfer fallen.
Mauswiesel können zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv sein, wobei größere Ausflüge bevorzugt tagsüber unternommen werden. Wegen seiner geringen Größe muss das Zwergwiesel stets auf der Hut vor Greifvögeln und anderen Beutegreifern sein. Es sichert seine Umgebung auf den Hinterbeinen stehend, um bei Gefahr im nächsten Erdloch zu verschwinden. Als Versteck, zur Fortbewegung und für die Jagd werden Baue von Nagetieren und Maulwürfen, ebenso dichte Vegetation, Felsspalten, hohle Baumstämme oder Steinhaufen genutzt.
Als Nester nutzen die kleinen Wiesel oft verlassene Baue von Mäusen. Diese kleiden sie mit trockenem Laub, Haaren oder Federn aus. Die Streifgebiete der Männchen sind rund 7-15 Hektar groß, die der Weibchen hingegen nur ein bis vier Hektar. Die Reviergrenzen werden mit Drüsensekret markiert, um Rivalen fern zu halten.

Ernährung

Kleinnager stellen die wichtigste Nahrungsquelle für Mauswiesel dar. Vor allem Mäuse, junge Kaninchen, Eidechsen sowie Vögel und deren Eier fallen in ihr Beuteschema.
Die Fähigkeit, ihrer Beute in deren Gänge folgen zu können, macht Mauswiesel zu äußerst effektiven Jägern. Nach dem Fangen der Beute legen die Wiesel Vorratslager an und fressen mehrmals am Tag kleinere Portionen. Auf diese Art und Weise werden bis zu fünf Mäuse am Tag verzehrt.

Mauswiesel im Jahresverlauf

Mauswiesel haben eine sehr lange Paarungszeit. Diese kann von Februar bis August andauern. Bei einer Tragzeit von nur 35 - 37 Tagen, werden die ersten Jungtiere im April geboren. Die durchschnittlich fünf bis sechs Jungen pro Wurf werden mit einem Gewicht von einem bis drei Gramm geboren und sind zunächst Nesthocker. Nach zweieinhalb Wochen beginnen die jungen Wiesel feste Nahrung aufzunehmen. Nach etwa fünf Wochen öffnen sie die Augen.
Zwei Würfe pro Jahr sind bei gutem Nahrungsangebot keine Seltenheit. Mauswiesel sind bereits ab einem Alter von drei bis vier Monaten geschlechtsreif. Im Winter halten sie keinen Winterschlaf, sondern sind unter der Schneedecke auf der Suche nach Beute.

Jagdliche Begriffe

  • Herrmännchen, Zwergwiesel: Mauswiesel
  • Ranzzeit: Paarungszeit
  • Rüde: Männchen
  • Fähe: Weibchen
  • Lunte, Fahne: Schwanz
  • Fang: Schnauze/Maul
  • Geschröte: Hoden
  • Schnalle: Äußeres Geschlechtsteil beim weiblichen Marder
  • Brante mit Nägeln: Pfote mit Krallen
  • Balg: Pelz

Jagd und Management

Das Mauswiesel unterliegt, wie die anderen einheimischen Marderartigen, gemäß §2 Abs. 1 Nr.1 BJagdG dem Jagdrecht. In Bayern darf das Mauswiesel vom 1. August bis zum 28. Februar bejagt werden.