Dachs

Dachs

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Gemächlich und schwerfällig wandert er durch den Wald – so kennt man ihn, den Grimbart aus der Fabel. Der Dachs gehört zur Familie der Marderartigen. Er kommt in beinahe ganz Europa und Asien vor, wo er bevorzugt Laubmischwälder im Flach- und Hügelland bewohnt. Gelegentlich dienen ihm auch Parkanlagen als Lebensraum.

Erscheinungsbild

Dachs seitlichZoombild vorhanden

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Die schwarz-weiße Gesichtsmaske ist das Markenzeichen des Dachses. Charakteristisch sind auch der für Marder ungewöhnlich plump wirkende Körper auf kurzen, kräftigen Beinen und der Stummelschwanz. Das Fell der meisten Tiere ist am Bauch heller als am Rücken. Beim Dachs verhält es sich anders: Er hat von oben gesehen eine graue Färbung, während die Unterseite schwarz ist.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: [i]Meles meles [/i]
  • Gewicht: 10 - 17 kg
  • Größe: Schulterhöhe etwa 20 -30 cm, Kopf - Rumpf - Länge ca. 60 – 90 cm
  • Alter: maximal 10 Jahre, im Durchschnitt 2 - 5 Jahre
  • Geschlechterunterschied: nicht deutlich sichtbar
  • Fortpflanzung: 2 bis 3 Junge im Frühjahr

Dachse in Bayern

In der nachfolgenden interaktiven Karte können Sie sich über den Dachs in ganz Bayern, jedem beliebigen Landkreis und über verschiedene Zeiträume hinweg informieren. Die dargestellten Zahlen ergeben sich aus den Streckenlisten der Reviere des ausgewählten Bereichs.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG ) Externer Link

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Dachs Gesamtstrecke 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke seit 1985 (©LfL)

Das nebenstehende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung des Dachses in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Lebensraum und Lebensweise

DachsZoombild vorhanden

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Abhängig vom Nahrungsangebot leben Dachse in Gruppen von 3 – 30 Tieren und teilen sich ein gemeinschaftlich genutztes Territorium von bis zu 3 km² Größe. Die Reviere werden regelmäßig kontrolliert und im Ernstfall auch verteidigt.
Der Dachsbau besteht aus einem Haupt- und mehreren Nebenbauen. Die Behausung wird laufend erweitert, renoviert und vor der Winterruhe ausgepolstert. Nach dem Winter macht der Dachs einen gründlichen Frühjahrsputz.

Dachse halten nicht wie oft behauptet Winterschlaf, sondern Winterruhe. Im Gegensatz zum Winterschlaf bleiben die Körpertemperatur und der Stoffwechsel bei der Winterruhe gleich. Zwischendurch unterbricht der Dachs die Winterruhe für Ausflüge in die nähere Umgebung um zu fressen.

Ernährung

zwei DachseZoombild vorhanden

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Dachse sind Allesfresser. Neben pflanzlicher Nahrung wie Mais, Früchten, Obst oder Pilzen, stehen auch Regenwürmer, Insekten, Amphibien, Schnecken und Kleinsäuger auf Grimbarts Speiseplan.

Dachse im Jahresverlauf

Die Paarungszeit der Dachse ist im Juli/August. Nach der bis zum Spätwinter dauernden Keimruhe, werden im Februar/März schließlich zwei bis drei Jungdachse geboren. Auch wenn die Jungen selbstständig sind bleiben sie häufig noch lange beim Familienverband. Eigenen Nachwuchs bekommen die Dachse normalerweise ab einem Alter von zwei Jahren.

Liniendiagramm der Aktivitäten des Dachses im Jahresverlauf

Jagdliche Begriffe

Rund um den Dachs werden unter den Jägern folgende Begriffe verwendet:

  • Grimbart, Schmalzmann: Dachs
  • Dächsin, Fähe: Weiblicher Dachs
  • Dachsbär, Rüde: Männlicher Dachs
  • Ranz-/Rollzeit: Paarungszeit
  • Schwarte: Fell
  • Gehöre, Lauscher: Ohren
  • schwarz–weiße Gesichtszeichnung: Maske
  • schwarze Striemen im Gesicht: Zügel
  • Zain, Pürzel, Bürzel: Schwanz
  • Geschleife: Eingang zum Bau
  • Geschröte: Hoden
  • Schnalle: Äußeres Geschlechtsteil beim weiblichen Marder
  • Brante mit Nägeln: Pfote mit Krallen

Jagd und Management

dachs auf wieseZoombild vorhanden

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Da Dachsfett früher gerne als Hausmittel gegen Rheumatismus und andere Leiden verwendet wurde, wird der Dachs in der Jägersprache auch "Schmalzmann" genannt.
Der Dachs unterliegt gemäß §2 Abs. 1 Nr.1 (BJagdG) dem Jagdrecht. In Bayern darf der Dachs vom 1. August bis zum 31. Oktober bejagt werden.