Reiherente

Reiherente schwimmend

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Die Reiherente ist die häufigste unserer Tauchenten. Während des Mauserzuges kommen im Spätsommer tausende Vögel aus ganz Europa nach Bayern um hier ihr Gefieder zu wechseln. Bei der Nahrungssuche kann sie bis zu zwei Meter tief tauchen, um den Gewässergrund nach Muscheln, Krebsen und anderen Kleintieren abzusuchen.

Erscheinungsbild

Reiherente schwimmt.
Wie ein Reiher trägt auch die Reiherente einen deutlich sichtbaren Federschopf am Hinterkopf, der beim Erpel länger und bei der Ente kürzer ist. Der Schnabel ist hell blaugrau mit schwarzer Spitze. Im Flug zeigt sich ein weißer Streifen auf der Flügeloberseite.
Die Farbe des Prachtgefieders ist beim Erpel an Kopf, Brust und Schwanz schwarz-glänzend; Bauch, Flanken und Flügelunterseiten sind weiß. Die Oberseite der Flügel ist schwarz mit einem weißen Flügelstreif.
Die Enten sind einfarbig dunkelbraun mit etwas helleren Flanken. Die Flügel sind ähnlich gefärbt wie bei den Erpeln.
Auf dem Wasser erscheinen Erpel und Ente deutlich zweifarbig: mit dunklem Rücken und hellerem Bauch.
Besonders auffällig sind die leuchtend gelben Augen, die sich deutlich vom dunklen und runden Kopf abheben.
Die Artbestimmung kann erschwert werden, weil es immer wieder zu Kreuzungen (Hybriden) zwischen den verschiedenen Entenarten kommen kann.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: [i]Aythya fuligula[/i]
  • Gewicht: 600 bis 1.000 g
  • Größe: Länge ca. 45 cm, Flügelspannweite ca. 70 cm
  • Alter: bis 20 Jahre
  • Geschlechterunterschied: im Aussehen deutlicher Unterschied zwischen Männchen (Erpel) und Weibchen (Ente); in Größe und Gewicht nahezu kein Unterschied
  • Gelege: (3) 6 bis 12 (14) Eier, ein Gelege je Jahr

Die Stimme der Reiherente

Reiherente schwimmend

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Die Reiherente ist eher schweigsam. Wenn sie Laute von sich gibt, dann meist ein knarrendes "karr,karr,...". Hören Sie selbst.

Autor: Frommolt, Karl-Heinz / Tierstimmenarchiv Berlin

Reiherente in Bayern

Die Reiherente kommt schwerpunktmäßig in den Teichlandschaften der Oberpfalz und Mittelfrankens und entlang der Donau vor. Der Brutbestand wird auf 5.000 bis 7.000 Paare geschätzt.
In der nachfolgenden interaktiven Karte können Sie sich über die Reiherente für ganz Bayern, jeden beliebigen Landkreis und verschiedene Zeiträume informieren. Die dargestellten Zahlen ergeben sich aus den Streckenlisten der Reviere des ausgewählten Bereichs.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG) Externer Link

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Reiherente Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke seit 1985 (©LfL)

Das nebenstehende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung der Reiherente in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Lebensraum und Lebensweise

Als Lebensraum wählen Reiherenten bei uns nährstoffreiche Seen und Weiher mit wenig Wasserpflanzen. Am Ufer ist jedoch eine dichte Bodenvegetation wichtig, um einen sicheren Neststandort zu bieten. Die Reiherente ist sowohl tagsüber als auch in der Nacht aktiv. Für die Saison der Jungenaufzucht leben Ente und Erpel meist monogam. Das Nest baut die Ente möglichst gut versteckt am Boden in der Nähe des Wassers. Bis das Gelege vervollständigt ist, wird die Ente vom Erpel gut bewacht.
Reiherenten gehören – wie alle anderen Enten auch – zu den Nestflüchtern. Die Küken eines Geleges schlüpfen alle gleichzeitig und werden meist noch am Tag ihrer Geburt von der Ente vom Nest weggeführt. Die Jungen nehmen von Anfang an selbstständig Nahrung auf und können binnen weniger Stunden bereits tauchen. Da die Aufzucht der Küken für die Ente nicht all zu aufwändig ist, kommt es zwischen den Familien zu Adoptionen von Jungvögeln, die ihre Mutter verloren haben. Außerdem verteilen einzelne Enten ihre Eier oftmals auf die Gelege mehrerer Enten, um im Falle des Gelegeverlustes durch Fressfeinde zumindest einigen Nachkommen das Überleben zu sichern.
Da zum Gefiederwechsel vegetations- und damit deckungsreiche Gewässer bevorzugt werden, findet im Sommer ein ausgeprägter Mauserzug zwischen solchen Gewässern statt. Brut- und Mauserplätze einzelner Vögel können über viele hundert oder gar tausende Kilometer voneinander entfernt liegen. Das erschwert die Bestandserfassung der Entenvögel deutlich.
Reiherenten sind, mit Ausnahme der Brutzeit, sehr gesellig und in größeren Trupps oder Schwärmen anzutreffen.

Ernährung

Reiherenten sind fähig zwei Meter tief zu tauchen, um ihre Nahrung zu erreichen. Überwiegend ernähren sie sich von Muscheln, Krebsen, Schnecken und Insektenlarven. Auf dem Speiseplan stehen aber auch Pflanzensamen. Der Brutbeginn wird oft so gewählt, dass die Jungenaufzucht mit dem massenhaften Auftreten der Zuckmückenlarven am Gewässer übereinstimmt. So ist für ausreichend Nahrung gesorgt.

Reiherente im Jahresverlauf

Die Ente legt im Mai/Juni 6 bis 12 Eier und brütet sie knapp vier Wochen lang aus. Noch während der Brutzeit ziehen sich die Erpel zur Mauser zurück und überlassen die Aufzucht der Ente. Die Jungen sind Nestflüchter und schwimmen nach kurzer Zeit mit der Mutter. Nach etwa sechs Wochen sind sie bereits sehr selbständig, ehe sie nach weiteren zwei Wochen auch fliegen können.
Die Mauser des Körpergefieders beginnt beim Erpel ab Ende Mai bis Anfang Juli. Danach wird das Großgefieder gemausert (bis Ende September). Höhepunkt des Großgefiederwechsels ist meist Anfang August. Dann sind die Vögel drei bis vier Wochen flugunfähig. Die Weibchen beginnen mit der Mauser des Körpergefieders schon im März. Der Wechsel des Großgefieders und damit verbunden die Flugunfähigkeit wird jedoch im Vergleich zum Erpel um ein bis zwei Monate verzögert, bis die Jungen bereits weit entwickelt sind.
Folgendes Diagramm gibt Ihnen einen Überblick über die Kernzeiten der jeweiligen Aktivitäten.

Liniendiagramm der Aktivitäten der Reiherenten im Jahresverlauf

Jagdliche Begriffe

Unter Jägern haben sich für bestimmte Aktivitäten, Körpermerkmale oder Verhaltensweisen spezielle Begriffe eingebürgert. Einige davon sind hier aufgeführt.

  • Erpel: männliches Tier
  • Ente: weibliches Tier
  • Junge: Küken
  • Schof: Familienverband
  • Ständer: Beine
  • Latschen: Füße
  • Bürzel: Schwanz
  • Prachtkleid: farbenfrohes, auffallendes Gefieder des Erpels im Winterhalbjahr bis zur Balz
  • Schlichtkleid: weniger auffallendes Federkleid des Erpels nach der Balz im Frühjahr bis zum Spätsommer
  • Spiegel: auffällig gefärbter Bereich im Gefieder
  • Großgefieder: Schwungfedern des Flügels und Steuerfedern des Schwanzes
  • Kleingefieder: Federn, die der Körperbedeckung dienen
  • Mauser: Gefiederwechsel
  • einfallen: wassern oder landen
  • aufstehen: auffliegen

Jagd und Management

Die Jagdstrecke beträgt in ganz Bayern im Durchschnitt ca. 2.000 Stück je Jahr. Jagdzeit ist von 1. September bis 15. Januar.
fliegender Erpel
Erfahren Sie mehr über die häufigste Entenart in Bayern - die Stockente.