Stockente

Stockente am Ufer

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In Bayern ist die Stockente die häufigste und wohl auch bekannteste Entenart. Die bunten Männchen (Erpel) mit brauner Brust und dunkelgrünem Kopf wie auch die Weibchen (Enten) mit graubraunem Tarngefieder sind das ganze Jahr über an nahezu allen Gewässern zu sehen. Selbst in kleinen Gartenteichen sind Stockenten regelmäßig zu Gast. Nur im Gebirge stößt die Art bei ca. 1.000 Metern Höhe an ihre Grenzen.

Erscheinungsbild

fliegender Erpel
Erpel und Ente haben sowohl im Schlicht- als auch im Prachtkleid einen blauen, weiß eingefassten Spiegel auf den Flügeln. Die Beine (Ständer) sind bei beiden Geschlechtern orangefarben. Im Prachtkleid unterscheiden sich die Geschlechter erheblich. Die Erpel haben einen dunkelgrünen Kopf mit schmalem weißem Halsring. Die Brust ist einfarbig dunkelbraun, der Bürzel ist schwarz mit ringelförmig aufgebogenen Federn. Der restliche Körper ist im Wesentlichen hellgrau.
Die Enten sind viel weniger bunt, sondern gut getarnt und im Wesentlichen braun und grau gemustert. Vor allem zur Brut- und Aufzuchtzeit müssen die Weibchen auf ihr tarnendes Gefieder vertrauen, um Fressfeinden zu entgehen. Während der Mauser im Sommer tragen auch die Erpel dieses Tarnkleid, jedoch ist ihr rein gelber Schnabel vom dunkleren Schnabel der Ente gut zu unterscheiden.
Die Jungen sind oberseits dunkel gefärbt und auf der Unterseite gelb.
Stockentenfamilie

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Küken einer Stockente

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Eine weibliche Stockente

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Erpel und Ente nebeneinander im Wasser

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Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: [i]Anas platyrhynchos[/i]
  • Gewicht: 700 bis 1.600 g, Erpel etwas schwerer als Enten
  • Größe: Länge 50 bis 65 cm, Flügelspannweite 80 bis 100 cm
  • Alter: bis 25 Jahre
  • Geschlechterunterschied: Erpel außer in der Mauser mit farbigem, auffälligem Prachtkleid, Entengefieder in tarnendem Braun; Erpel sind etwas größer und schwerer als Enten
  • Gelege: (4) 7 bis 13 (18) Eier, ein Gelege je Jahr

Die Stimme der Stockente

auffliegende weibliche Stockente

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Hier können Sie das lachende Quaken ("waak waak waak…") dreier weiblicher Stockenten hören.

Autor: Tembrock, Günter / Tierstimmenarchiv Berlin

Stockenten in Bayern

Die Schätzungen für die Zahl der Brutpaare in Bayern schwanken zwischen 15.000 und 30.000.
In der nachfolgenden interaktiven Karte können Sie sich über die Stockente in jedem beliebigen Landkreis und zu verschiedenen Zeiträumen informieren. Die dargestellten Zahlen ergeben sich aus den Streckenlisten der Reviere des ausgewählten Bereichs.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG) Externer Link

Streckenentwicklung in Bayern

Liniendiagramm Stockente Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke seit 1985 (©LfL)

Das nebenstehende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung der Stockente in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Lebensraum und Lebensweise

StockentenfamilieZoombild vorhanden

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Stockenten sind unsere anpassungsfähigsten Wasservögel und besiedeln Gewässer aller Art. Sie sind tag- und nachtaktiv und ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen. Sie leben gesellig außer während der Jungenaufzucht. Erpel und Ente verpaaren sich meist schon im Herbst und bleiben dann bis zur kommenden Brutzeit zusammen. Standvögel führen oftmals Dauerehen, wobei es auch hier regelmäßig zu Fremdbegattungen kommen kann. Das Nest baut die Ente häufig versteckt am Boden. In Frage kommen dafür aber auch Höhlen, alte Baumhorste anderer Vögel oder künstliche Nisthilfen.
Stockenten gehören zu den Nestflüchtern. Die Küken eines Geleges schlüpfen alle gleichzeitig und werden meist noch am Tag ihrer Geburt von der Ente vom Nest weggeführt. Die Jungen nehmen von Anfang an selbstständig Nahrung auf.
Da die Aufzucht der Küken für die Ente nicht all zu aufwändig ist, kommt es zwischen den Familien zu Adoptionen von Jungvögeln, die ihre Mutter verloren haben. Außerdem verteilen einzelne Enten ihre Eier oftmals auf die Gelege mehrerer Enten, um im Falle des Gelegeverlustes durch Fressfeinde zumindest einigen Nachkommen das Überleben zu sichern.
Da zum Gefiederwechsel (Mauser) vegetations- und damit deckungsreiche Gewässer bevorzugt werden, findet im Sommer mitunter ein ausgeprägter Mauserzug zwischen verschiedenen Gewässern statt. Brut- und Mauserplätze einzelner Vögel können über viele hundert oder gar tausende Kilometer voneinander entfernt liegen. Das erschwert die Bestandserfassung der Entenvögel deutlich.

Ernährung

gründelnder ErpelZoombild vorhanden

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Stockenten ernähren sich sehr vielseitig. Bevorzugt werden Pflanzenteile im und am Wasser. Zur Nahrungssuche tauchen sie mit Kopf und Brust unter Wasser, was auch als „gründeln“ bezeichnet wird. Im Frühsommer und bei den Dunenjungen überwiegt jedoch stellenweise tierische Kost in Form von Insekten und deren Larven oder auch Amphibienlaich.

Stockenten im Jahresverlauf

Ab März legt die Ente 7 bis 13 Eier, die sie etwa vier Wochen lang ausbrütet. Die Jungen sind Nestflüchter und schwimmen schon bald mit der Mutter. Zwei Monate nach dem Schlüpfen sind sie in der Regel flügge und selbständig.
Die Mauser des Körpergefieders beginnt beim Erpel ab Ende Mai und dauert bis Ende August. Ab Anfang Juni sind sie vier bis fünf Wochen flugunfähig.
Erfolgreich brütende Weibchen beginnen mit der Mauser, wenn die Jungen ca. 2 Wochen alt sind. Die Handschwingen-Mauser und damit die Zeit der Flugunfähigkeit setzt etwas später als beim Erpel ein und dauert meist solange, bis die Jungen selbstständig sind (bis September).
Angegeben sind hier die Kernzeiten der jeweiligen Aktivität.

Liniendiagramm der Aktivitäten der Stockenten im Jahresverlauf

Jagdliche Begriffe

Für die Stockente werden unter den Jägern unter anderem folgende Begriffe verwendet:

  • Erpel: männliches Tier
  • Ente: weibliches Tier
  • Junge: Küken
  • Schof: Familienverband
  • Ständer: Beine
  • Latschen: Füße
  • Bürzel: Schwanz
  • Prachtkleid: farbenfrohes, auffallendes Gefieder des Erpels im Winterhalbjahr bis zur Balz
  • Schlichtkleid: Weniger auffallendes Federkleid des Erpels nach der Balz im Frühjahr bis zum Spätsommer
  • Spiegel: Auffällig gefärbter Bereich im Gefieder
  • Großgefieder: Schwungfedern des Flügels und Steuerfedern des Schwanzes
  • Kleingefieder: Federn, die der Körperbedeckung dienen
  • Mauser: Gefiederwechsel
  • einfallen: wassern oder landen
  • aufstehen: auffliegen

Jagd und Management

fliegender ErpelZoombild vorhanden

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Die Stockente ist in Bayern die einzige Entenart, die wegen ihrer Häufigkeit entsprechend intensiv bejagt wird. Die jährliche Jagdstrecke liegt bei einer Größenordnung von etwa 100.000 Stück.
Die Stockente hat in Bayern Jagdzeit vom 1. September bis 15. Januar.
Reiherente schwimmend
Informieren Sie sich im Wildtierportal Bayern über eine weitere interessante Entenart - die Reiherente.