Graureiher

Graureiher im Profil

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Die imposanten Graureiher haben bei knapp einem Meter Körpergröße eine Spannweiter von bis zu 195 Zentimeter. Sie sind in Bayern seltene Brutvögel. Zwischen 1995 und 2008 ging der Bestand des Koloniebrüters um 20 Prozent auf etwa 2.130 Brutpaare zurück.

Erscheinungsbild

Ein Graureiher fliegt tief über einen grünen Uferstreifen. Ein Gewässer im Hintergrund
Graureiher sind unverwechselbar. Sie sind fast storchengroß und mit einem mächtigen gelblichen Schnabel ausgestattet. Im Gesamten wirken sie - wie ihr Namen schon verrät - grau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Junge Graureiher haben im Gegensatz zu ihren älteren Artgenossen keinen weißen Scheitelstreif.
Im Flug wirken Graureiher mächtig, mit schwerem Schlag und kompakten weit nach unten gebogenen Flügeln. Der eingezogene Hals unterscheidet sie zum Beispiel von Kranichen und Störchen.
Graureiher auf einer Skulptur in einem Park

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Graureiher steht am Ufer

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Graureiher steht im Gewässer und hat einen Fisch im Schnabel

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Graureiher sitzt im Geäst eines Baumes

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Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: [i]Ardea cinerea[/i]
  • Gewicht: 1-2 Kilogramm, wobei die Männchen schwerer als die Weibchen sind
  • Größe: von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende zwischen 90 und 98 cm, Flügelspannweite 1,75-1,95 Meter
  • Alter: bis 35 Jahre
  • Geschlechterunterschied: keine
  • Gelege: 3–5 (–8) Eier; ein Gelege je Jahr

Die Stimme des Graureihers

Graureiher fliegt über Wasser

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Typisch ist ein im Flug geäußertes, rauhes "kräick".

Autor: Frommolt, Karl-Heinz / Tierstimmenarchiv Berlin

Graureiher in Bayern

In der nachfolgenden interaktiven Karte können Sie sich über Streckendaten für ganz Bayern, jeden beliebigen Landkreis und verschiedene Zeiträume informieren. Die dargestellten Zahlen ergeben sich aus den Streckenlisten der Reviere des ausgewählten Bereichs.
In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Unteren Jagdbehörde vorzulegen.
Verwendung und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG) Externer Link

Streckenentwicklung

Liniendiagramm Graureiher Abschusszahlen bis 2016Zoombild vorhanden

Gesamtstrecke Graureiher seit 1985 (©LfL)

Das folgende Diagramm gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung des Graureihers in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.

Lebensraum und Lebensweise

Graureiher steht auf einer WieseZoombild vorhanden

©Dieter76–Fotolia.com

In Bayern besiedeln Graureiher vorwiegend die Niederungen großer Flüsse, brüten aber auch in Gebieten mit ausgedehnter Grünlandnutzung und kleineren Feuchtgebieten.

Brutbiologie

Graureiher legen ihre Nester in Kolonien meist auf Bäumen an. In Bayern zählten Freiwillige im Jahr 2008 etwa 160 Brutkolonien mit durchschnittlich 13 Paaren. Die Graureiher sind ihrem Partner treu und ziehen gemeinsam eine Brut mit drei bis fünf Jungvögeln auf.

Verhalten

Graureihern zeigen am Beginn der Paarbildung oft eine Tanzbalz, die der der Kraniche ähnlich ist. Beim Jagen dagegen sieht man sie sehr langsam über eine Wiese schreiten oder sie verharren für einige Zeit regungslos an einem Ort.

Ernährung

Graureiher und Storch stehen im TeichZoombild vorhanden

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Graureiher haben ein weites Nahrungsspektrum. Im Winterhalbjahr werden überwiegend Wühlmäuse gejagt, zur Jungenaufzucht stehen Weißfische ganz oben auf dem Speiseplan. Weiterhin nehmen sie Amphibien, Kleinsäuger, Reptilien, Jungvögel, Insekten und andere Wirbellose auf. Graureiher nutzen Nahrungsquellen, die bis zu 30 Kilometer vom Koloniestandort entfernt sind.

Graureiher im Jahresverlauf

In folgender Grafik sind wichtige Zeiten im Jahresverlauf für einen Graureiher dargestellt.

Liniendiagramm der Aktivitäten des Graureihers im Jahresverlauf

Die Brutplätze in den Kolonien werden schon Mitte Januar besetzt. Schon im Februar werden dann die Eier gelegt und Ende des Monats schlüpfen die ersten Jungvögel. Bis sie flugfähig sind dauert es aber weitere 50 Tage. Danach kommen junge Graureiher noch 10-20 Tage zum Nest zurück. Der Höhepunkt des Wegzugs liegt im September und Oktober. Allerdings verbleibt ein Teil der Graureiher auch über den Winter in Bayern, zu denen sich Vögel aus Ost- und Nordeuropa gesellen.

Angegeben sind hier die Hauptzeiten der Aktivitäten.

Jagd und Management

Graureiher fliegt über eine Wiese an einem GewässerZoombild vorhanden

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Zumindest Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden durch die Fischzuchtorganisationen in Bayern Prämien für den Abschuss von Graureihern gezahlt. Immerhin bis zur Mitte der 1960er Jahre wurden Graureiher in Bayern bejagt. Seit 1983 wurde die Schonzeit teilweise wieder aufgehoben.
Graureiher dürfen seitdem im Zeitraum 16. September bis 31. Oktober im Umkreis von 200 Meter um geschlossene Gewässer wieder bejagt werden. Die Bestandsentwicklung/-erhaltung des Graureihers wird durch regelmäßige, flächendeckende Bestandskontrollen überwacht. Mit der derzeitigen Regelung wurde ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Belangen der Fischereiwirtschaft und des Artenschutzes gefunden.