Turteltaube

Turteltaube seitlich

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Die Turteltaube, unsere kleinste heimische Wildtaube, ist ursprünglich ein Bewohner der Steppen und Waldsteppen. In Mitteleuropa ist sie daher bevorzugt in offenen Kulturlandschaften mit warm-trockenem Klima anzutreffen. Die Brutvorkommen der stark gefährdeten Art sind auf die wärmeren Regionen Bayerns beschränkt. Tiefen Wintertemperaturen entgeht die Zugvogelart durch Wegzug in bis zu 4.500 Kilometer entfernte Überwinterungsquartiere südlich der Sahara.

Die Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020.

Turteltauben sind die buntesten Vertreter der Tauben.

Turteltauben gelten weltweit als gefährdete Art.

Erscheinungsbild

Turteltaube läuft am Wasser entlang
Farblich ist die Turteltaube bunter und abwechslungsreicher als die anderen Wildtauben. Charakteristisch sind vor allem die rostbraunen, von schwarzen Flecken durchzogenen Flügelpartien. Am Hals trägt die kleine Taube beiderseits einen schwarz-weiß gebänderten Fleck. Der Bereich um die Augen ist mit einem schwarzen Ring eingefasst. Die Schwanzfedern sind dunkel und werden von einem weißen Außenstreifen gesäumt. Männliche und weibliche Tauben unterscheiden sich fast nicht.

Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Streptopelia turtur
  • Gewicht: bis 200 Gramm
  • Größe: Körpergröße bis 29 cm
  • Alter: bis 12 Jahre
  • Geschlechterunterschied: kein sichtbarer
  • Gelege: meist 2 Eier, nur 1 - 2 Bruten pro Jahr

Gesang der Turteltaube

Turteltaube sitzt auf Stein

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Der Name Turteltaube leitet sich von deren Gesang ab. Er besteht aus auseinandergezogenen "turr"-Lauten. Hören Sie nun selbst Balzfolgen der Turteltaube.

Autor: Tembrock, Günter / Tierstimmenarchiv Berlin

Turteltauben in Bayern

In Bayern gilt die Turteltaube als stark gefährdete Art. Der Brutbestand ist abnehmend und wurde auf 2300 - 3700 Brutpaare geschätzt (Rote Liste und Liste der Brutvögel Bayerns, 2016). Als wärmeliebende Art kommt die Turteltaube in Bayern nur regional vor. Sie brütet unter anderem in den Mainfränkischen Platten, im Oberpfälzer Hügelland, in Teilen der Frankenalb sowie entlang der Donauniederung.

Lebensraum und Lebensweise

Turteltaube läuft an GewässerZoombild vorhanden

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Als ausgeprägter Zugvogel ist die Turteltaube nur während des Sommers bei uns anzutreffen, wobei Gebiete mit „Weinbauklima“ favorisiert werden. Zu den bevorzugten Lebensräumen gehören Gebüsche, Feldgehölze, Waldränder oder auch lichte Wälder. Nicht selten werden auch größere Gärten, Obstplantagen oder Parkanlagen besiedelt. Die Nester werden vor allem auf Bäumen und Sträuchern gebaut, in Ausnahmefällen auch am Boden oder auf Felsen.

Außerhalb der Brutzeit treten die tag- und dämmerungsaktiven Turteltauben sehr gesellig auf, wobei sie häufig auch mit anderen Tauben vergesellschaftet sind. Ihre Langstreckenflüge absolvieren sie in der Nacht, wobei sie schnell und ausdauernd unterwegs sind.

Ernährung

Turteltaube streckt Flügel ausZoombild vorhanden

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Die Nahrungsaufnahme erfolgt fast ausschließlich auf dem Boden. Bevorzugt werden Samen und Früchte von Knöterich-, Mohn- und Gänsefußgewächsen sowie von Kreuz-, Schmetterlings- und Korbblütlern. Auch Gräser sowie Fichten- und Kiefernsamen stehen auf dem Speiseplan. Zum Zerkleinern der Nahrung werden Steinchen aufgenommen, die im Magen als "Mahlsteine" dienen. Tägliches Trinken ist ebenfalls überlebenswichtig, wie bei allen anderen Tauben.

Turteltauben im Jahresverlauf

Mitte April/Anfang Mai kehren die Turteltauben aus Afrika in ihre Brutreviere zurück, wo sofort mit der Balz begonnen wird. Die Brutperiode dauert von Mai bis Juli und ist damit – verglichen mit den anderen Wildtauben – relativ kurz. Ein bis zwei Jahresbruten sind die Regel. Bis die zwei Eier eines Geleges ausgebrütet sind, vergehen zwischen 13 und 16 Tage. Die sich daran anschließende Nestlingszeit beträgt 18 bis 23 Tage. Bereits ab Mitte August treten die ersten Tiere die erneute Rückreise in südliche Gefilde an.

Liniendiagramm der Aktivitäten der Turteltaube im Jahresverlauf

Jagdliche Ausdrücke

  • Tauber: männliche Taube
  • Täubin: weibliche Taube
  • Gelege: im Nest abgelegte Eier
  • Balz: Paarungszeit
  • Nestlingszeit: Zeit vom Schlüpfen bis zum Flügge werden

Jagd und Management

Die Turteltaube hat in Bayern eine ganzjährige Schonzeit, was bedeutet, dass sie nicht bejagt wird.
Die illegale Tötung eines ganzjährig geschonten Wildtieres stellt eine Straftat nach § 38 Abs.1 Nr.2 des Bundesjagdgesetzes dar. Auch das Sammeln und Stören von Gelegen des Federwildes ist verboten nach § 22 Abs. 4 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) und § 22 Abs.3 des Bayerischen Jagdgesetzes (BayJG).
Entlang ihrer Zugroute über das Mittelmeer ist die Jagd auf Turteltauben in einigen Ländern legal. Bis zu 600.000 Turteltauben werden jährlich im Mittelmeerraum erlegt, schätzt BirdLife International. Diese Bejagung im Mittelmeerraum sowie Landnutzungsänderungen und Klimawandel sind schwerwiegende Gefährdungsfaktoren der Taubenart (IUCN Red List 2016).