Damwild

Damhirsch im Bast

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Bereits die Römer verbreiteten das Damwild, das ursprünglich in Vorderasien beheimatet ist, in andere Regionen. Vor allem im Zeitalter des Absolutismus wurde es als weiteres jagdbares Wild in der freien Wildbahn ausgesetzt. Heute spielt es zur Erzeugung schmackhaften Wildfleisches eine große Rolle und wird deshalb häufig in Gehegen zur landwirtschaftlichen Wildhaltung gehalten.

Erscheinungsbild

weißes Damtier und Kalb
Das Damwild ist etwas kleiner als das Rotwild. Die Färbung des Fells variiert von fast weiß über rotbraun bis hin zu schwarz. Die charakteristisch weißen Flecken sind auf dem rotbraunen Sommerfell besonders deutlich sichtbar. Über Alter oder Geschlecht sagen diese Fellzeichnungen allerdings nichts aus. Das Geweih erhält mit zunehmendem Alter – im Gegensatz zum Rothirsch – eine schaufelähnliche Form. Es wird im April abgeworfen und dann neu gebildet. Das weibliche Tier trägt kein Geweih.
Schaufler liegend

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Damtier säugend

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Damtiere mit Kälbern

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Damtier frontal

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Damwildrudel mehrfarbig

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Wissenswertes auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Dama dama
  • Gewicht: Männliche Tiere bis 100 kg; weibliche Tiere bis 60 kg
  • Größe: Schulterhöhe bis 90 cm
  • Alter: bis 20 Jahre
  • Geschlechterunterschied: die männlichen Tiere sind größer und tragen ein Geweih
  • Anzahl der Jungen: 1 (-2) Kälber

Ein "rülpsender" Damhirsch

Schaufler liegend

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Anders als das "Röhren" des Rothirschs ist beim Damhirsch ein "Rülpsen" während der Paarungszeit zu hören.

Autor: Tembrock, Günter / Tierstimmenarchiv Berlin

Damwild in Bayern

In der nachfolgenden interaktiven Karte können Sie sich über das Damwild für ganz Bayern, jeden beliebigen Landkreis und verschiedene Zeiträume informieren. Die dargestellten Zahlen ergeben sich aus den Streckenlisten der Reviere des ausgewählten Bereichs.
In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Unteren Jagdbehörde vorzulegen.
Verwendung der Karte und Datenherkunft
Im grauen Kasten links neben der Bayernkarte gelangen Sie zur Datenbankrecherche. Dort entscheiden Sie selbst welche Daten Sie sehen möchten. Seien es Regierungsbezirke, Landkreise, Hegegemeinschaften, letztes oder länger zurück liegendes Jagdjahr. Durch Auswahl eines oder mehrerer Kriterien wird die Kartendarstellung geändert.
Den Kartenausschnitt verändern Sie durch Bewegen des Mausrads oder den Gebrauch der "+" und "-" Symbole. Klicken Sie auf einen Landkreis, erhalten Sie Detailinformationen zur Jagdstrecke dieses Landkreises.

In die Streckenliste wird vom Jagdpächter oder Eigenjagdbesitzer alles in seinem Revier erlegte Wild und aufgefundenes Fallwild, das anderweitig zu Tode gekommenen ist, z.B. durch Straßenverkehr, Krankheit, Witterungseinfluss oder Alter, eingetragen. Die Liste ist zum Ende des Jagdjahres der Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Das StMELF erhebt diese Daten und stellt sie in dieser Art und Weise erstmalig zur Verfügung.
Was sind Hegegemeinschaften?
Die Revierinhaber von zusammenhängenden Jagdrevieren, die einen bestimmten Lebensraum für das Wild umfassen, können eine Hegegemeinschaft bilden, um eine ausgewogene Hege der vorkommenden Wildarten und eine einheitliche großräumige Abschussregelung zu ermöglichen (§ 10a Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes).

Aufgaben der Hegegemeinschaften (Art. 13 BayJG) Externer Link

Streckenentwicklung

Die folgenden Diagramme geben Ihnen einen schnellen Überblick über die Streckenentwicklung des Damwilds in Bayern. Mit Daten seit 1985 haben wir hier für Sie eine Zusammenstellung aufbereitet.
Gesamtstrecke seit 1985 (© LfL)

Gesamtstrecke seit 1985 (© LfL)

Bild in Originalgröße

Gesamtstrecke seit 1985, nach Klassen (© LfL)

Gesamtstrecke seit 1985, nach Klassen (© LfL)

Bild in Originalgröße

Lebensraum und Lebensweise

Damwild im SchneeZoombild vorhanden

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Das überwiegend tagaktive Damwild ist in Bezug auf seinen Lebensraum sehr anpassungsfähig, bevorzugt jedoch lichte Wälder im Wechsel mit Offenland.
Hinsichtlich des Sozialverhaltens ist es mit dem Rotwild vergleichbar: Es lebt gern in Gruppen (Rudeln), wobei zwischen Kahlwildrudeln (überwiegend weibliche Tiere und Jungtiere) - und Hirschrudeln (Zusammenschluss männlicher Tiere) unterschieden wird. Da es weniger scheu ist als sein größerer Verwandter, kommt es auch in dichter besiedelten Gebieten vor und ist zur Haltung in Gehegen gut geeignet.

Ernährung

Alttier und KalbZoombild vorhanden

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In der Nahrungswahl ist Damwild mit dem Rotwild vergleichbar. Es ist genauso genügsam, was die Qualität der Nahrung betrifft. Als Wiederkäuer lebt es hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Baumtrieben, Rinde, Früchten und Pilzen.

Damwild im Jahresverlauf

Paarungszeit, Setzzeit, Geweihbildung und vieles mehr - die Entwicklung des Damwilds im Jahresverlauf veranschaulicht folgendes Diagramm.

Liniendiagramm der Aktivitäten des Damwilds im Jahresverlauf

Die Brunft (Paarungszeit) ist im Oktober und November. Nach der anschließenden Tragzeit setzen die Alttiere (Muttertiere) Ende Mai oder Anfang Juni ein Kalb (manchmal auch zwei), welches bis in den Oktober hinein gesäugt wird. Der Hirsch wirft im April sein altes Geweih ab und bildet es bis zum Ende des Sommers neu.

Jagdliche Begriffe

Beim Damwild werden unter den Jägern unter anderem folgende Begriffe verwendet:

  • (Dam-) Hirsch: erwachsenes männliches Tier
  • Alttier, Damkuh: erwachsenes weibliches Tier
  • (Dam-) Kalb: Tier im ersten Lebensjahr
  • Kahlwild: Weibliches Wild und Jungtiere
  • Brunft: Paarungszeit
  • Schaufel: Geweih des Damhirsches

Jagd und Management

Hochsitz im FeldZoombild vorhanden

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Die Einbürgerung des Damwildes in Mitteleuropa hatte in erster Linie jagdliche Gründe. Adelige Grundbesitzer führten das Wild in ihren Revieren als weiteres Jagdwild ein. Von dort aus verbreitete sich die Wildart über das Land.
Die Anzahl des zu erlegenden Damwilds wird je Jagdrevier in einem Abschussplan festgelegt. Bejagt werden darf es in Bayern vom 01. September bis zum 31. Januar (einjährige Tiere ab 01. Juli).