Letzte Änderung: 09.04.2020
Aktuelle Information zu Corona und Jagd

Es handelt sich um allgemeine Auskünfte, die sich auf die jeweils aktuell bekannte Sachlage und die derzeit geltende Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 27. März 2020, die zuletzt am 31. März geändert wurde, beziehen.
Die Sachlage kann sich allerdings sehr schnell ändern. Die Hinweise werden je nach Sachstand möglichst schnell aktualisiert und um weitere Themen ergänzt.

Hinweise zur Zulässigkeit der Jagd

Das Verlassen der Wohnung ist nur aus triftigen Gründen gestattet.
Zu den triftigen Gründen zählen u.a. „Sport und Bewegung an der frischen Luft, allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung“.

Jagen – allein oder mit Personen, mit denen man zusammenlebt – ist damit möglich, gemeinschaftliches Jagen mit weiteren Personen (z. B. Bewegungsjagden) ist demnach nicht zulässig. Jeder Jäger muss dafür Sorge tragen, dass jagdliche Handlungen insbesondere „nach dem Schuss“ (bspw. Nachsuche, Wildbergung, Wildversorgung, Trichinenprobe, Radiocäsium-Untersuchung oder Abgabe von Wildbret) ausschließlich allein oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erfolgen können. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Dritten (z. B. anderen Besuchern in der Natur) ist einzuhalten. Schon vor der der Jagdausübung sind solche Faktoren vorausschauend und verantwortungsvoll zu bedenken. Unter den gleichen Maßgaben ist es möglich, dass verschiedene Personen, die nicht einem Hausstand angehören, zeitgleich, ohne physischen Kontakt und ohne jegliche Gruppenbildung im Revier die Jagd ausüben.

Bei Fahrten ins Jagdrevier haben die Revierinhaber zwischen den Zielen der Infektionsschutzmaßnahmen und dem Allgemeinwohlinteresse an der konkreten Jagdausübung abzuwägen (v.a. in Bezug auf ASP- Seuchenprävention bei Schwarzwild oder die Erfüllung des Abschussplans). Insbesondere sind die sachliche Notwendigkeit, die Entfernung zum Jagdrevier und die zwingende persönliche Anwesenheit in die Entscheidung einzubeziehen. So kann es bei weiteren Entfernungen angebracht sein, ortsansässige Jäger oder Jagdaufseher zu beteiligen.

Die Unfallverhütungsvorschriften der SVLFG (Teil 4.4 „Jagd“) sind strikt zu beachten. U.a. gilt Folgendes: „Bei einer mit besonderen Gefahren verbundenen Jagdausübung ist ein Begleiter zur Hilfeleistung mitzunehmen. Besondere Gefahren können sich ergeben z. B. durch Witterungs-, Gelände- und Bodenverhältnisse, vor allem im Hochgebirge, auf Gewässern und in Mooren oder bei der Nachsuche auf wehrhaftes Wild.“ Sofern der Begleiter nicht Angehöriger des eigenen Hausstandes ist, kann die Jagd unter diesen Umständen nicht ausgeübt werden. Die Nachsuche auf verletztes oder krankes Wild, die dem Versorgen und der Vermeidung von unnötigem Leid der Tiere dient, ist allerdings unter Zuhilfenahme einer weiteren Person sowie unter Einhalten der Mindestabstände zulässig. Damit wird dem Tierschutz und den Unfallverhütungsvorschriften Rechnung getragen. Ein „nettes Zusammenkommen“ von weiteren Personen darf keinesfalls stattfinden.

Stand: 09.04.2020

Unfallverhütungsvorschriften der SVLFG Externer Link

Hinweise zum Verzehr von Wildbret oder zur Ansteckung über Bedarfsgegenstände

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zu dem Schluss, dass eine Übertragung des Erregers über Lebensmittel auf den Menschen nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand unwahrscheinlich ist. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Hierbei gelangen Erreger, die sich auf den Händen befinden, an die Schleimhäute der Nase oder des Auges, wo sie zu einer Infektion führen können. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich. Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.

Stand: 06.04.2020

Weiterführende Informationen zu den Übertragungswegen des neuartigen Coronavirus finden Sie hier:

Webseite des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Externer Link

Hinweise zur Bayerischen Jägerprüfung

Aufgrund der aktuellen Sachlage zum Coronavirus werden alle drei Teile (schriftlicher, mündlicher und praktischer Teil) der bayerischen Jägerprüfung 2020/2 abgesagt.

Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten und um einer weiteren Ausbreitung des Virus wirksam vorzubeugen, ist dieser Schritt unumgänglich.

Wir bitten vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Verantwortung und im Interesse der Gesundheit der Prüflinge, der Angehörigen, aber auch aller Prüferinnen und Prüfer sowie Ausbilderinnen und Ausbilder um Verständnis für die Absage. So schnell wie vertretbar, wird die Prüfung wieder durchgeführt.

Stand: 24.03.2020

Hinweis zur Verlängerung von Jagdscheinen durch die Kreisverwaltungsbehörden

Die Jagd stellt einen wichtigen Allgemeinwohlbelang dar, weil u .a. die Regulation des Schwarzwildes als wichtige Aufgabe der Seuchenprävention (Afrikanische Schweinepest) gewährleistet sein muss oder die Schaffung von waldangepassten Schalenwildbeständen einen unverzichtbaren Beitrag für den Waldumbau leistet. Ohne die Jägerinnen und Jäger in Bayern können diese für die Gesellschaft wichtigen und aktuellen Herausforderungen nicht gelöst werden. Weiter ist der Jagdschein entscheidend für die Jagdpachtfähigkeit. Außerdem ist der Bezug zum Waffenrecht zu berücksichtigen.

Angesichts der aktuellen Belastungen der Kreisverwaltungsbehörden halten wir es für grundsätzlich vertretbar, Anträge auf Verlängerung des Jagdscheines in schriftlicher Form und ohne persönliches Erscheinen abzuwickeln.

Wir bitten um Verständnis, dass die Ersterteilung weder im reinen Schriftverfahren noch prioritär von den unteren Jagdbehörden behandelt werden kann.

Dies stellt eine pragmatische Lösung im Hinblick auf das Allgemeinwohlinteresse dar, ohne die innere Sicherheit hinten anzustellen.

Stand: 20.03.2020

Hinweise zu „Arbeiten“ im Jagdrevier

Revierarbeiten, bspw. Hochsitzbau, Anlegen von Pirschwegen und Maßnahmen der Biotopverbesserung, sind wie die Jagdausübung auch alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands zulässig. Je nach Tätigkeit sind die allgemeinen Unfallverhütungsvorschriften zu beachten. Alleinarbeit ist bei motormanueller Aufarbeitung nicht zulässig. Auch von der Bewegung in der freien Natur sind ggf. notwendige Notzeitfütterungen abgedeckt, wobei in diesem Fall zu bedenken ist, dass bei einer missbräuchlichen Fütterung neben einem jagdrechtlichen auch ein Verstoß gegen das Infektionsschutzrecht vorliegen kann. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Dritten (z. B. anderen Besuchern in der Natur) ist stets einzuhalten.

Der Kauf oder die Abholung von Reviereinrichtungen (z. B. Hochsitz) ist von den triftigen Gründen zum Verlassen der eigenen Wohnung nicht erfasst.

Gemäß den Angaben des Gesundheitsministeriums sind Lieferungen und Montagen durch Dienstleister ohne unmittelbaren Kundenkontakt weiterhin möglich. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des StMGP.

Stand: 06.04.2020

Webseite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) Externer Link

Hinweise zu Jagdbedarfshandel

Gemäß den Angaben des Gesundheitsministeriums dürfen Einzelhandelsgeschäfte, die Jagdbedarf einschließlich Munition vertreiben, weiterhin geöffnet bleiben. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des StMGP.

Stand: 06.04.2020

Webseite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) Externer Link

Hinweise zu Jagdhunden

Das tägliche „Gassigehen“ mit dem eigenen Jagdhund oder den eigenen Jagdhunden allein oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes fällt unter die triftigen Gründe von „Sport und Bewegung an der frischen Luft“ sowie „Versorgung von Tieren“ und ist insofern weiterhin gestattet. Diese Maßgaben finden auch bei der Ausbildung von Jagdhunden Anwendung. Der Abstand zu anderen Menschen muss mindestens 1,5 m betragen. Insoweit ist unter den aktuellen Umständen besondere Sorgfalt bei der Führung und Überwachung des Jagdhundes geboten.

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder bei der Verbreitung des Virus eine Rolle spielen. Gesunde Personen müssen den Kontakt zu Haustieren gemäß der derzeitig verfügbaren Informationen nicht einschränken. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen (wie gründliches Händewaschen mit Seife), um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

Jagdhunde: Weiterführende Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren finden sich auf der FAQ- Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts:

Stand: 06.04.2020

Friedrich-Loeffler-Institut: Informationen zum Umgang mit Haus- und Nutztieren Externer Link

Gemäß den Vorgaben des Innenministeriums ist das Abholen von Hundewelpen oder Katzen kein triftiger Grund, um die Wohnung zu verlassen. Als Ausnahme gelten Gebrauchshunde, die zum Beispiel zu Jagd- oder Blindenhunden ausgebildet werden sollen.

Stand: 27.03.2020

Webseite des Bayerischen Innenministeriums (StMI) Externer Link